Deutschland - ein schwarzes Loch für Flüchtlinge?

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Der Flüchtlingsstrom reißt nicht ab. Dabei hatte Deutschland doch auf eine Verschnaufpause zur kälteren Jahreszeit gehofft. Eine Illusion. Allein bei Passau überqueren täglich 4 000 Flüchtlinge oder mehr die Grenze. Die mit Hilfe der Transitländer perfektionierte Balkanroute verkürzt die Fluchtzeit inzwischen auf eine Woche, wo früher Wochen, gar Monate einkalkuliert werden mussten.

Und die neuen Koalitionsvereinbarungen - taugen sie zur Reduzierung der Flüchtlingszahlen? Wohl kaum, beziehen sie sich doch in erster Linie auf die Migranten aus dem Westbalkan. Aber deren Anteil an der Gesamtzahl der Flüchtlinge ist längst drastisch zurückgegangen. Im Westbalkan scheint die Botschaft angekommen zu sein, dass ein Asylgesuch in Deutschland aussichtslos ist. Die meisten der 181 166 in Deutschland im Oktober registrierten Asylsuchenden kommen aus Syrien (88 640), Afghanistan (31 051), dem Irak (21 875), Pakistan (5 095) und dem Iran (4 925).

Deutschland zeigt eine bewundernswerte, wenn auch eine auf dem Papier stehendes Recht aus den Angeln hebelnde Humanität, entwickelt damit zugleich eine Sogwirkung auf fluchtbereite Menschen wie ein schwarzes Loch. Eine Dilemma, das erdrückende Wirkung entfaltet.

Und wenn ein Thomas de Maizière zurückgepfiffen wird, der jetzt eine zeitlich stärkere Begrenzung des Bleiberechts und eine Einschränkung des Familiennachzugs in die Debatte geworfen hat, wird die Sogwirkung nur befeuert.
Deutschland vermittelt den Eindruck: Bist du Syrer, Afghane, Iraker usw., so nehmen wir dich bei uns auf und du bist herzlich willkommen.

Zunehmend ergibt sich für die Zuwanderer in Anbetracht ihrer großen Zahl die Chance zum Aufbau eigener nationaler Communitys, in denen sie ihre alte Heimat konservieren können. Übel nehmen kann man es ihnen nicht. Allerdings besteht durch die fehlende Notwendigkeit zur Integration die Gefahr zahlreicher Parallelgesellschaften.

Ob man in einigen Jahren noch von einer nationalen Identität der Deutschen sprechen kann oder ob Deutschland dann ein Vielvölkerstaat ist, wissen wir nicht.

Eins scheint sicher: Deutschland hat ein neues Kapitel seiner Geschichte aufgeschlagen.
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10 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 07.11.2015 | 19:29  
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Martina Janßen aus Hattingen | 07.11.2015 | 22:34  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 07.11.2015 | 22:50  
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Martina Janßen aus Hattingen | 07.11.2015 | 23:21  
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Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 08.11.2015 | 12:03  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.11.2015 | 12:11  
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Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 08.11.2015 | 12:28  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.11.2015 | 13:20  
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Martina Janßen aus Hattingen | 10.11.2015 | 11:39  
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Volker Dau aus Bochum | 27.12.2015 | 21:19  
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