Die Machterhaltkanzlerin - die "Du weißt schon, wer" - ein Kommentar

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Duisburg: Berlin | Ja, sie spricht von Erneuerung, von jüngeren und neuen Köpfen in der Führungsetage der CDU. Warum macht sie das? Weil sie mal wieder reagiert statt zukunftsorientiert zu agieren. Ihr bleibt das Grummeln innerhalb ihrer Partei natürlich nicht verborgen. Pardon, ihrer Partei? Nein, der Partei, der sie angehört. Sie will beschwichtigen, besänftigen, alles unter dem Motto: Machterhalt. Wehe dem, der jetzt als potenzieller Königinnenmörder auftreten sollte. Er könnte genauso hinweggefegt werden wie viele vor ihm, aber - die Zeiten haben sich geändert.

Die CDU hat ihr Profil verloren. Sie hat sich angesichts mancher Wahlerfolge lange Zeit der Beliebigkeit einer Parteivorsitzenden und Bundeskanzlerin unterworfen. Inzwischen ist es aber eng geworden. Die Wählergunst hat nachgelassen, die Parteimitglieder wissen nicht mehr, wo's langgehen wird, zu opportunistisch gestaltet sich die Politik der Kanzlerin. Und das Schlimmste, sie haben erkannt, dass es der Kanzlerin nur um den Machterhalt geht. Wie ist es sonst zu verstehen, dass der desolaten SPD maßgebliche Ministerien angeboten wurden. Eine Minderheitsregierung traut sich die Kanzlerin nicht zu. Sie könnte nicht mehr gefühlsmäßig nach Dekret regieren, sondern müsste im Parlament um Mehrheiten werben - und auch überzeugen. Dabei hat sie gestern noch bekräftigt, sie sei für vier Jahre angetreten und sie würde ihre Versprechen einhalten. Wenn sie da nicht ihr Versprechen instrumentalisiert für die Disziplinierung der CDU.

Jamaika konnte sie nicht schmieden, die GroKo ist jetzt ihre einzige Chance genauso wie die einzige Chance der SPD, sich etwas Luft und etwas Zeit zu verschaffen, sich zu finden. Zwei Parteien, denen der Wähler wenig Zukunftsorientierung zutraut. Laut neuester Umfrage ist die Union bei den Wählern unter die 30%-Marke gerutscht, die SPD verzeichnet blamable 16,5%. 

In der SPD brodelt es, in der CDU nicht weniger, auch wenn dort eine Eruption noch unterdrückt werden kann. Die Kanzlerin spekuliert auf ihre vermeintliche Alternativlosigkeit. Dieser Irrglaube hat schon manchen Herrschenden in den Abgrund gestürzt.

Dabei könnte die Kanzlerin ein ehrenhaftes Ende ihrer langjährigen Kanzlerschaft begünstigen, würde auf ihre Initiative hin eine Personaldiskussion innerhalb der CDU eingeleitet. Diese Diskussion würgt sie aber konsequent ab.

Womöglich wird die Geschichte im Nachhinein zeigen, dass dies ihr größter Fehler war, der sie schließlich zu einer tragischen Figur werden ließ, die emotionslos vom Hof gejagt wurde.   
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7 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 13.02.2018 | 23:33  
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Volker Dau aus Bochum | 15.02.2018 | 00:00  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 15.02.2018 | 07:05  
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Volker Dau aus Bochum | 15.02.2018 | 09:41  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 15.02.2018 | 20:57  
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Michael Stasch aus Bergkamen | 16.02.2018 | 17:49  
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Volker Dau aus Bochum | 16.02.2018 | 23:13  
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