Donald Trump - der strahlende Volksheld

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Duisburg: Duisburg | Überraschung allenthalben, hier Jubel, dort Niedergeschlagenheit, weit verbreitet Entsetzen und Schockstarre angesichts des Ergebnisses: Die Amerikaner haben Donald Trump zum 45.POTUS, zum 45.Präsidenten, zu ihrem Präsidenten ihrer United States of America gemacht.

Und in dem Ausdruck "ihr Präsident ihrer United States of America" steckt m.E. der Schlüssel zur Erklärung des Wahlergebnisses. Viele Amerikaner, besonders die Menschen im geographischen Herzen des Staatenbundes, in denen immer noch das Pionierblut pulsiert und die Cowboymentalität wach ist, haben Sorge um die Zukunft ihrer kraftvollen Nr. 1 in der Welt, aus der sie bislang so viel Selbstbewusstsein beziehen konnten. Und sie sehen ihr Land und das, was es im öffentlichen Bewusstsein immer ausmachte, in erheblicher Gefahr, die ihrer Meinung nach besonders im Inneren lauert.

Dazu dürften sie besonders die unkontrollierte Zuwanderung von Menschen zählen, denen der US-amerikanische Pioniergeist und eine christlich-konservative Grundhaltung abgeht. Darüber hinaus sieht der einzelne Amerikaner den als Niedergang empfundenen Wirtschaftswandel, von dem sie selbst betroffen sind. Wenn die US-Wirtschaft von außen auch glänzt, so können sie im Inneren diesen Glanz oftmals nicht erkennen.

Die Aufbruchstimmung, einst im "Go west!" verankert, ist für viele Amerikaner verschwunden.

Was die USA weltweit in den vergangenen Staaten veranstaltet haben, interessiert die Amerikaner kaum, davon sind sie gefühlsmäßig kaum abhängig. Die Amerikaner haben sich immer schon als eigenen Kosmos empfunden - und in dem ist es zu erheblichen Störungen gekommen.

Und wen macht man für die neue, nicht zufrieden stellende Zeit verantwortlich? Natürlich die herrschende politische Klasse, die es angesichts der überaus komplex gewordenen Welt nicht mehr schafft, zu Teilen auch gar nicht will, ihre Politik zu kommunizieren und das Volk mit ins Boot zu holen. Ähnliches beobachtet man bekanntlich auch in Europa.

Und dann taucht er auf, Donald Trump, der Mann, der frei nach Schnauze redet, dem politische Korrektheit am "Gesäß" vorbeigeht, der seine Ausdrucksweise in weiten Teilen dem Volk vom Mund abgeschaut hat. Auch wenn sich seine Wähler deren Grenzwertigkeit bewusst sind, so erkennen sie zugleich, dass ihnen in ihrem lieb gewordenen Alltag solche Ausdrucksweise nicht fremd ist. Womöglich meinen die Menschen in Trumps Entgleisungen sogar seine Ehrlichkeit zu erkennen. Und dazu passt es, Hillary Clinton als unehrlich und korrupt an den Pranger zu stellen. Da verzeiht man ihm gerne, dass er durch und durch Kapitalist und ihnen wohlstandsmäßig sehr fern ist.

Und was macht Donald Trump? Er macht sich zum Anführer derer, die wütend sind auf die herrschende politische Klasse. Und für diese Klasse ist Hillary Clinton ein Paradebeispiel. Trump propagiert eine ganz andere, radikale Politik, die eine andere Richtung einschlägt, und das in einer naiven Art und Weise, die Amerikaner bis in die untersten Schichten verstehen:
Keine Muslime mehr rein,
illegale Einwanderer raus,
eine Mauer nach Mexiko, deren Finanzierung Trump von Mexiko verlangt,
Schaffung von Arbeitsplätzen für alle Abgehängten,
Freundschaft mit dem Russland Putins
...
Und über allem: America first.
Wieder ein großes Amerika!
Das imponiert. Das kommt an. Das verleiht Selbstbewusstsein.
Wir brauchen nicht die Welt.
Und wenn die Welt uns braucht, so soll sie gefälligst entsprechende Gegenleistungen erbringen.

Es wird sich meiner Ansicht nach zeigen, dass Trump an seiner burschikosen Naivität scheitern wird, und das insbesondere innenpolitisch.
Seine geplante Steuerpolitik - immense Steuererleichterungen, von denen alle, insbesondere aber die Großunternehmen profitieren werden - ist nicht gegenfinanziert und engt die Handlungsfähigkeit des Landes erheblich ein. Dabei hat er den Amerikanern wieder mehr Arbeit versprochen.
Und Trumps propagierter Protektionismus in Form von hohen Einfuhrzöllen könnte leicht zum Rohrkrepierer werden.

Trump ist der Vertreter eines starken weißen Amerikas. Er verkennt allerdings, dass es ein homogenes weißes Amerika nicht gibt. Der soziale Frieden in Amerika wird mehr denn je in den letzten Jahrzehnten auf sich warten lassen müssen. Und Lady Liberty werden Tränen in die Augen steigen.

Und Trump wird den amerikanischen Karren weit in den Dreck fahren können, da er auf republikanische Mehrheiten in den Parlamenten zurückgreifen kann.

Und wie Europa auf veränderte United States of America reagiert und wie es sich neu aufstellt, aufstellen muss, ist eine große Herausforderung.
Schauen wir mal.
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4 Kommentare
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Olaf Tool aus Duisburg | 10.11.2016 | 05:06  
5.020
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 10.11.2016 | 22:28  
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Sahra Kleineker aus Moers | 12.11.2016 | 17:27  
5.020
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 12.11.2016 | 18:37  
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