Duisburg-Hochfeld - ein "Halt-die-Schnauze-und-guck-weg-Stadtteil" ?

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"Wie kann Integration gelingen, wenn man keine gemeinsame Sprache spricht?" So wird Michael W., ein im Verein Zukunftsstadtteil engagierter Hochfelder, morgen in der WAZ zitiert. Eine mehrdeutige Frage.

Es geht dabei nicht um die aktuelle Flüchtlingswelle. Es geht um die bereits länger in Duisburg-Hochfeld lebenden Menschen mit Migrationshintergrund und die EU-Zuwanderer aus Bulgarien und Rumänien.

Wie die WAZ berichtet, hatte der Verein jetzt zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um über das Miteinander im Duisburger Stadtteil Hochfeld ins Gespräch zu kommen. Trotz Klinkenputzens, um möglichst viele Menschen aus allen Schichten der Bevölkerung zur Teilnahme an dem Treffen zu animieren, erschienen fast nur alteingesessene Deutsche.

Bedauerlich, zugleich ein Hinweis, dass die Hochfelder im übertragenen Sinn wirklich keine gemeinsame Sprache (mehr) sprechen.

Die WAZ hat anlässlich der Bürgerversammlung einige Stimmen eingefangen.

So wird ein Bürger zitiert: "Hier kann man problemlos leben, solange man seinen Mund nicht aufmacht. Wenn jemand in meinen Hausflur kackt und ich mach` eine Ansage, dann gibt´s oft Stress. Hochfeld ist ein ´Halt-die-Schnauze-und-guck-weg-Stadtteil´ geworden."

Einer älteren Hochfelderin, so die WAZ weiter, sei der Christbaum vor der Pauluskirche wichtig, damit deutlich wird, dass es auch eine christliche Gemeinde in Hochfeld gibt.

Ein anderer Bürger mahnt den mangelnden Respekt im Stadtteil an - gegenüber Sachen, aber auch gegenüber Menschen, insbesondere den Frauen.

Wie es scheint, wird Hochfeld zunehmend von Parallelgesellschaften übernommen. Haben die Alteingesessenen womöglich das Gefühl, nur noch den Status der Duldung in ihrem Heimatstadtteil zu haben, solange sie auch zur Erduldung der Veränderungen bereit sind?

Aber wie sagt eine Frau der bulgarischen Gemeinde vor Ort gegenüber der WAZ: "In Deutschland ist es schön."

In Sachen Integration läuft da, und wohl nicht nur da, einiges gewaltig schief. Die Politik scheint ohnmächtig und die Öffentlichkeit reibt sich auf durch Schwarz-Weiß-Diskussionen. Und aus dem Grabe Heinrich Heines steigt ein Seufzer empor: Denk ich an Deutschland in der Nacht, ...
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11 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.09.2015 | 15:25  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.09.2015 | 16:05  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.09.2015 | 16:05  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.09.2015 | 16:39  
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Martina Janßen aus Hattingen | 29.09.2015 | 15:03  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.09.2015 | 15:48  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.09.2015 | 18:43  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.09.2015 | 21:43  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.09.2015 | 22:08  
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Martina Janßen aus Hattingen | 29.09.2015 | 22:53  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 30.09.2015 | 00:15  
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