Duisburg schrammt knapp an einem Fiasko vorbei - Kerskensweg in Duisburg-Walsum wird Landesasyl

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Duisburg stöhnt unter den großen Flüchtlingszahlen. Die Stadt sucht händeringend nach Unterbringungskapazitäten für die prognostizierten Zuweisungen von Asylsuchenden.

Gerade ein Jahr ist es jetzt her, dass Duisburg im nördlichsten Stadtbezirk Walsum auf einem ausrangierten Fußballplatz ein Zeltlager vom DRK aufbauen ließ, das bundesweit für negative Schlagzeilen sorgte, zumal das Lager schon bald im regendurchtränkten Matsch stand. Sein Bezug konnte dann noch abgewendet werden, so dass das Rote Kreuz ihre Zelte wieder einpacken konnte.

Vor wenigen Wochen nun hatten manche in Walsum ein Déjà-vu-Erlebnis, als an anderer Stelle des Stadtbezirks, am Kerskensweg, wieder ein Zeltlager gleicher Art aufgebaut wurde auf unzureichend befestigtem Untergrund. Matten als Boden der Zelte waren ein kleiner Fortschritt. Dennoch wurden sofort wieder Zweifel angemeldet, ob solch ein Zeltlager eine angemessene Unterkunft für die Asylsuchenden sein könnte. Die Stadt und das DRK wiegelten am. Es sei nur eine vorübergehende Notlösung für zwei Monate, um Obdachlosigkeit zu vermeiden. Aber wie es dann weitergehen sollte, konnte niemand beantworten. Und nun regnet es wieder und das Zeltlager, bestehend aus einfachen DRK-Zelten mit acht Betten und acht Stühlen, eng aneinandergereiht, droht zu einer unwirtlichen Unterkunft zu werden für die Menschen, die nun jeden Tag erwartet werden..

Hilfe und Perspektive kommt nun aber, wie die WAZ in ihrer morgigen Ausgabe berichten wird, vom Land. Das Lager wird zu einem Landesasyl, zu einer Notunterkunft des Landes, in der die Flüchtlinge nur kurz verbleiben sollen, bevor sie auf die Kommunen verteilt werden. Gerüchten zufolge ist es denkbar, dass das Lager von zunächst 300 geplanten Plätzen auf 900 aufgestockt wird. Wahrscheinlich dürfte die Zahl letztendlich irgendwo dazwischen liegen.

Das Landesasyl soll auf längere Zeit angelegt sein. Deshalb werden die Zelte, wie die WAZ berichtet, in den nächsten beiden Monaten durch Leichtbauhallen ersetzt, die einen festen Boden besitzen sowie unterteilbar und beheizbar sind, so dass Flüchtlinge auch über den Winter dort untergebracht werden können.

Die Flüchtlinge in dem Landesasyl, das neben dem alten St.-Barbara-Hospital das zweite auf Duisburger Boden sein wird, werden der Stadt Duisburg angerechnet auf die Zahl der nach dem Königsteiner Schlüssel aufzunehmenden Asylsuchenden. Eine enorme Entlastung der finanzschwachen Stadt. Dennoch wird die Stadt weiter nach zusätzlichen Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge suchen müssen.
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3 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 02.09.2015 | 23:32  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.09.2015 | 00:51  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.09.2015 | 01:04  
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