Duisburger FDP gegen Designer-Outlet

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Duisburg: LIZ | Die Duisburger FDP spricht sich gegen die Ansiedlung eines Designer-Outlet-Centers auf dem ehemaligen Güterbahnhofsgelände hinter dem Hauptbahnhof aus. Der Kreisvorstand hat die Parteimitglieder befragt, die mit großer Mehrheit gegen die Idee der Duisburger GroKo und des Oberbürgermeister stimmten.

Die Voraussetzungen sind inzwischen deutlich anders als bei den früheren MultiCasa-Plänen oder dem FOC in Marxloh. Diese beiden Ansiedlungen hatte die FDP unterstützt, beide Projekte wurden jedoch bewusst durch politische Fehlentscheidungen von SPD (FOC) und CDU (MultiCasa) verhindert.

FDP-Kreisvorsitzender Thomas Wolters: "Das geplante Entree von MultiCasa reichte damals bis auf den Bahnhofsvorplatz und wäre eine Erweiterung der City gewesen. Das Designer-Outlet wird 2,5km weit hinter dem Hauptbahnhof gebaut, ohne jede Anbindung an die Königstraße. Die Stadt möchte nach dem Hotel-Neubau auch noch einen gigantischen Häuserriegel entlang der Mercatorstraße bauen, damit ist dann sogar jede optische Verbindung zwischen Bahnhofsgelände und City verloren. Die Kunden werden nach einem 3stündigen Einkaufsbummel im DOC keinen Fußweg in die City antreten und mit dem Auto werden sie auch nicht in die Innenstadt fahren, weil hier jahrelang systematisch Parkplätze abgebaut wurden."

Größere städtische Gewerbesteuer-Einnahmen erwarten die Freien Demokraten durch ein Designer-Outlet auch nicht, da die Firmen nur dort Gewerbesteuer zahlen, wo sie ihren Firmenhauptsitz haben. Und wegen der extrem hohen Gewerbesteuer in Duisburg ist zu erwarten, dass die Designer-Ketten im Duisburger DOC zwar Filialen eröffnen, ihren Hauptfirmensitz jedoch in einer anderen Stadt belassen.

Der Sprecher der FDP im Rat der Stadt, Wilhelm Bies: "Unser Nein zu dieser Ansiedlung richtet sich ausdrücklich nicht gegen Herrn Krieger oder einen anderen Investor, sondern gegen die impulsiven und oberflächlichen Pläne des Oberbürgermeisters, denn es ist bereits absehbar, dass das Projekt nicht zu Ende gedacht ist. Trägt der Oberbürgermeister persönlich die politische Verantwortung, wenn weiter jahrelanger Stillstand die Stadt erwartet?", fragt Bies abschließend.

Die Freien Demokraten wünschen sich nach wie vor die Entwicklung der Pläne von Sir Norman Foster an dieser Stelle. Eine interessante Alternative wäre für die FDP aber auch ein Gewerbegebiet und/oder ein Logistikstandort. Thomas Wolters: " Wohnen dürfte in diesem Gebiet kaum möglich sein. So eine große Fläche zwischen Bahnschienen und Autobahn, zumal mit eigener Autobahnanbindung, schreit geradezu nach gewerblicher, logistischer Ansiedlung - und wenn ich Herrn Staake richtig verstanden habe, mangelt es doch an solchen Flächen in Duisburg."
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