Ein Beitrag, der im EM-Taumel untergehen wird: Kai-Uwe, die Halbzeitpause, die Anakonda und das Doping

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Duisburg: Duisburg |

Kai-Uwe ist wieder da. Er hat eine Zwei-Zimmer-Wohnung irgendwo im Ruhrgebiet bezogen. Seine Adresse allerdings verrät er mir nicht. Dabei ist er doch mein Freund. Aber Argwohn scheint er nun endgültig zum Lebensprinzip erhoben zu haben. Seine jüngste Sorge hat er mir jetzt übermittelt:

"Wie gerne denke ich an das Sommermärchen 2006 zurück. Es war zwar nichts mit dem Weltmeistertitel, aber es war ein Fest, ein ununterbrochenes Feiern.
Bei der zur Zeit laufenden Fußball-Europameisterschaft verspüre ich nichts dergleichen, zu viele Schatten haben sich über die EM gelegt.

Die Terrorgefahr ist da, wird mit zunehmender Dauer des Turniers aber verdrängt, die Hooligans sind ein großes Ärgernis, die Spiele reißen einen auch nicht vom Hocker. Und in der Halbzeitpause beschleicht mich ein mulmiges Gefühl, das mich aufzufordern scheint, meinen Blick vom runden Leder wegzulenken.

Russische Hooligans werden vom Westen scharf kritisiert, auch strafrechtlich verfolgt, aus Russland selbst vernimmt man Worte des Stolzes über die Schläger. Unterdessen platzt die Nachricht herein, dass der russische Leichtathletikverband aufgrund des Dopingskandals von den schon bald stattfindenden Olympischen Spielen in Brasilien ausgeschlossen wird. Russland reagiert scharf, die russische Seele fühlt sich getroffen, sie vermutet eine Verschwörung des Westens.

Und parallel dazu: Der Streit um die russische Annexion der Krim ist noch nicht ausgestanden, in der Ukraine herrschen alles andere als geregelte Zustände, die russischen "Zwangsfreunde" von damals, seien es die damaligen Sowjetrepubliken Estland, Lettland und Litauen oder die damaligen Warschauer-Pakt-Länder an der russischen Westgrenze, insbesondere Polen, trauen dem ehemaligen "großen Bruder" nicht über den Weg, in Polen lässt die Nato ihre Anakonda los, eine Macht demonstrierende Militärübung, gefolgt von Saber Strike, einer weiteren Militärübung in den baltischen Ländern, und Putin lässt die Gefechtsbereitschaft der russischen Armee überprüfen.

Da braut sich etwas zusammen, das medial zur Zeit überlagert wird und noch nicht ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt ist. Außenminister Steinmeier missbilligt zwar das Säbelrasseln an der Ostgrenze der Nato, aber wer hört ihn schon in diesen Tagen des Fußballs?!

Und der rollt noch drei Wochen, in denen viel geschehen kann.

Ich befürchte, erst wenn der Fußballtunnel durchlaufen ist, wird die Öffentlichkeit bemerken, dass außerhalb des Tunnels Unheilvolles vonstatten gegangen ist."

Ach, Kai-Uwe, denke ich, dass du immer so schwarz sehen musst.
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6 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 19.06.2016 | 21:57  
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 21.06.2016 | 08:47  
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Martina Janßen aus Hattingen | 21.06.2016 | 20:38  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 21.06.2016 | 21:11  
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Martina Janßen aus Hattingen | 21.06.2016 | 21:12  
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Martina Janßen aus Hattingen | 21.06.2016 | 21:34  
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