Ein Drittel der erwerbstätigen Rentner arbeitet aus Not

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Ulrike Laux IG BAU Bundesvorstand (Foto: IG BAU)
Frankfurt am Main, 02.07.2015
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) warnt vor Schönfärberei der Situation von erwerbstätigen Rentnern. „Die Feststellung, dass immer mehr Menschen trotz Rente arbeiten, beweist nicht, dass es den Betroffenen damit gut geht“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux auf dem 11. Deutschen Seniorentag in Frankfurt am Main.

„In unseren Branchen muss jeder Dritte arbeiten, weil er sonst von Altersarmut bedroht ist. Wegen des großen Niedriglohnbereichs in Deutschland und zunehmend unsteten Erwerbsbiografien wird der Anteil der Senioren, die wegen materieller Not arbeiten müssen, weiter steigen. Diese Entwicklung ist durch private Vorsorge nicht zu stoppen. Viele Geringverdiener können gar nichts zur Seite legen und die, die es schaffen, bekommen wegen der Mini-Zinsen nichts dafür. Die Bundesregierung muss deshalb in der Rentenpolitik umsteuern und die gesetzliche Rentenversicherung deutlich stärken.“

Bei einer am 2. Juli 2015 auf dem 11. Deutschen Seniorentag veröffentlichten Umfrage der IG BAU „Arbeiten im Alter – eine Chance oder eine Last“ unter rund Tausend IG BAU-Senioren ab 63 Jahren aus den Branchen Bauwirtschaft, Gebäudereinigung sowie Land- und Forstwirtschaft gaben rund ein Drittel der erwerbstätigen Rentner (29 Prozent) an, dass sie arbeiten müssen, weil ihre Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht. Insgesamt 40 Prozent sind noch berufstätig, weil sie sonst ihren Lebensstandard nicht halten können (Mehrfachnennung war möglich).

Die Tätigkeit sollte dabei nicht als Beweis einer allgemein gestiegenen Fit-ness der heutigen Senioren missverstanden werden. Denn von den Erwerbstätigen mit einer Altersrente arbeitet nur jeder zweite (52 Prozent) in seinem bisherigen Bereich. Zudem ist die Arbeit überwiegend (88 Prozent) in Teilzeit. Diese wiederum wird in der Regel in Form von Minijobs ausgeübt.
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