Ein starkes Signal

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Schloss Holte Stukenbrock, unweit Bielefelds, dort, wo sich einst Stalag 326 Senne befand, ein Internierungslager für hauptsächlich sowjetische Kriegsgefangene während der Nazizeit, wir schreiben den 6.Mai 2015:

Ein älterer Mann tritt ans Mikrofon und spricht, ruhig, aber bestimmt:

"Wir Nachgeborenen in Deutschland haben allen Grund, für diesen aufopferungsvollen Kampf der ehemaligen Gegner in Ost und West dankbar zu sein."

Und er fügt hinzu: "Er hat es möglich gemacht, dass wir in Deutschland heute in Freiheit und Würde leben können."

Das grauenhafte Schicksal gerade der sowjetischen Kriegsgefangenen liege bis heute in einem Erinnerungsschatten. Der ältere Mann weist darauf hin, dass mehr als zweieinhalb Millionen sowjetischer Kriegsgefangener damals umgekommen seien.

Der ältere Mann ist Deutscher, seine Worte sind eine Bestätigung der Überwindung des Kalten Krieges, ein Zeichen für eine objektive Geschichtsbetrachtung ohne Ressentiments aus dem Ost-West-Denken der Nachkriegszeit, ein Signal dafür, kein unnötiges Öl in das Feuer europäischer Spannungen zu gießen, eine Hommage an alle Kriegsopfer ohne Ansehen ihrer Nationalität, eine Überwindung ideologischer Borniertheit, eine Verneigung vor den Menschen.

Und eins macht der ältere Mann besonders deutlich: Den Gegnern von damals haben wir Deutsche es zu verdanken, dass wir heute den 8.Mai 1945 als Tag der Befreiung begreifen können.

P.S.: Der ältere Mann: Joachim Gauck, Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland
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