Eltern favorisieren Gesamtschulen - Sekundarschulen kein Renner, aber politisch gewollte und erfolgreiche Killer von Realschulen

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Duisburg: Duisburg | Das Anmeldeverfahren für die weiterführenden Schulen ist abgeschlossen. 4080 Viertklässler sind für den kommenden 5.Jahrgang angemeldet worden.

Hier die wichtigsten Erkenntnisse:

1. Mit 54,8 Prozent (2235) aller Anmeldungen, stehen die 13 Gesamtschulen in der Gunst der Eltern ganz oben. Im Jahr 2012 waren es noch 45 Prozent. Die Anmeldezahlen übersteigen die Kapazität der Gesamtschulen um 200.

2. An den drei Sekundarschulen haben 5,7 Prozent der Eltern (232) ihre Kinder angemeldet, womit sie noch keinesfalls ausgelastet sind. Während die beiden Sekundarschulen in Hamborn und Rheinhausen allmählich aus den kritischen Anmeldezahlen geraten, dümpelt die Sekundarschule Am Biegerpark (Duisburg-Süd) mit 57 Anmeldungen in 2016 und 44 Anmeldungen in 2017 in einem Fahrwasser, das ihre Existenz bedroht.

3. Wenn Ralph Kalveram, Leiter des Schulamts, im Zusammenhang mit den integrierten Schulformen Gesamtschule und Sekundarschule sagt, "jeder, der dort einen Platz haben möchte, bekommt auch einen", so ist offensichtlich, dass der Gesamtschulüberhang von 200 Anmeldungen zum größten Teil schließlich an die Sekundarschulen umgeleitet wird, womit diese auf die politisch gewünschten Schülerzahlen kommen. Ob die betroffenen Kinder bzw. ihre Eltern damit einverstanden sind, bleibt abzuwarten.

4. Mit 31,9 Prozent aller Anmeldungen (1300) wird knapp ein Drittel der Viertklässler im kommenden Schuljahr eins der 12 Gymnasien besuchen.

5. Die vier Realschulen, von denen eine, nämlich die Karl-Lehr-Realschule, dem Sekundarschulsektor Platz machen muss, sobald bauliche Probleme der Stadt gelöst sind, bringen es auf 7,3 Prozent aller Anmeldungen (298).

6. Die beiden verbliebenen Hauptschulen verzeichnen 0,4 Prozent aller Anmeldungen (15). Sie werden schon seit Jahren durch Lenkung von Schülern künstlich am Leben erhalten.

7. Das bereits 2011 erklärte Ziel der Duisburger Schulpolitik, den Bereich der weiterführenden Schulen in ein Zwei-Säulen-Modell mit integrierten Schulformen (Gesamt- und Sekundarschule) auf der einen und Gymnasien auf der anderen Seite umzuwandeln, konnte nur in drei Stadtbezirken erreicht werden. Von den Eltern zum Teil stark nachgefragte Realschulen zwang die Stadt zugunsten von Sekundarschulen zum Auslaufen.
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9 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 26.02.2017 | 22:18  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 26.02.2017 | 23:37  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.02.2017 | 00:02  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.02.2017 | 00:55  
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Harald Martens aus Bochum | 27.02.2017 | 11:34  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.02.2017 | 11:49  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.02.2017 | 12:35  
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Harald Martens aus Bochum | 27.02.2017 | 15:30  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.02.2017 | 21:21  
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