Endlich Zahlen der Verwaltung - Gesamtschulen von längerem gemeinsamen Lernen weit entfernt

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Erfolgsmodell Realschule Fahrn im Duisburger Norden - 161 Schüler im künftigen 5.Jahrgang
Duisburg. Bisher wurde es nur hinter vorgehaltener Hand kolportiert, die Gesamtschulen in Duisburg seien nur bessere Hauptschulen. Nun wurden auf Anfrage der CDU-Fraktion im Schulausschuss von der Verwaltung Zahlen für den aktuellen 5.Jahrgang auf den Tisch gelegt.

Demnach rekrutiert sich die Schülerschaft der Gesamtschulen zu 52,4 Prozent aus Schülern mit Hauptschulniveau, wenn man die Grundschulempfehlungen zugrundelegt, 43,7 Prozent ihrer Schüler wird Realschulniveau bescheinigt. Das Gymnasialniveau ist mit 3,9 Prozent kaum vertreten. Da laufen die Gesamtschulen ihrem ursprünglichen Anspruch, jeweils zu einem Drittel Schüler mit Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulniveau aufzunehmen, vergeblich hinterher.

93,3 Prozent der Schüler mit Gymnasialempfehlung steuern das Gymnasium an, ein deutliches Zeichen dafür, dass längeres gemeinsames Lernen in Duisburg vom Elternwillen nicht getragen wird und sich als eine Schimäre erweist.

Gesamtschulen und Gymnasien sind übrigens die einzigen Schulformen, die in Duisburg flächendeckend vorgehalten werden.

Die letzten Hauptschulen führen ein Schattendasein, ihre Tage sind gezählt. Sie scheinen derzeit für die letzten Jahre noch ihr Gnadenbrot zu bekommen, zumal sie nur noch von Abweisungen anderer Schulen leben.

Und die Realschulen, das ungeliebte Kind führender Duisburger Schulpolitiker? Mit 81,3 Prozent werden sie von dem eigentlichen Realschulklientel angelaufen, daneben sind 15,7 Prozent ihrer Schüler auf Hauptschulniveau. Gymnasialschüler sind dort lt. Schulformempfehlungen nur wenig vertreten.

Und dann haben wir ja noch die Sekundarschulen, die nach dem Willen der Schulpolitik die Realschulen sukzessive verdrängen sollen. Die ersten beiden Schulen dieser Schulform haben 30,9 Prozent Schüler mit Hauptschulempfehlung und 69,1 Prozent mit Realschulempfehlung, stehen damit noch besser da als die Gesamtschulen. Allerdings hat kein einziger potentieller Gymnasiast den Weg dorthin gefunden. Kann man da vom Durchbruch zum längeren gemeinsamen Lernen sprechen?

Zur Einordnung: Von den jetzigen 3792 Duisburger Fünftklässlern erhielten von den Grundschulen 1104 eine Hauptschulempfehlung, 1512 eine Realschulempfehlung, 1159 eine Gymnasialempfehlung und 17 keine Empfehlung.

In Duisburg ist es längst zum Schulkampf gekommen. Keine der vier verbliebenen Realschulen will sich zugunsten einer Sekundarschule aufgeben. Die verschiedenen Bürgerinitiativen setzen sich vehement für diese Schulen ein, weil sie die bewährten und von dem Elternwillen getragenen Realschulen nicht für das Experiment Sekundarschule aufgeben wollen. Mit ihren 161 Anmeldungen für den kommenden 5.Jahrgang etwa übertrifft die Realschule Fahrn quantitativ alle anderen Realschulen und alle Gymnasien Duisburgs, von den Hauptschulen ganz zu schweigen.
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2 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 01.06.2015 | 23:34  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.06.2015 | 23:31  
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