Erdogans gefährliches Spiel

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Recep Erdogan, Präsident der Türkei, ist Machtpolitiker. Die letzten Wahlen haben ihm einen Stich ins Herz versetzt: Die Kurdenpartei verzeichnete in seinem Land, in seiner Türkei, großen Zulauf, und manche seiner Pläne wurden so durchkreuzt.

Und jetzt das Selbstmordattentat von Suruc: Über 30 türkische Kurden - heimtückisch ermordet. Verantwortlich gemacht: Der Islamische Staat (IS). Erdogan nutzt diese Gelegenheit: Er lässt Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien fliegen. Dabei hat er doch die IS-Terrormilizen bisher gewähren lassen, da sie gegen das von ihm verhasste Assad-Regime vorgehen. Er macht es trotzdem, um zeitgleich die Stellungen der kurdischen PKK-Terroristen angreifen zu lassen, hauptsächlich im Norden des Iraks. Damit kündigt er die Waffenruhe mit den Kurden auf, deren Unabhängigkeitsbestrebungen ihm ein Dorn im Auge sind. Er hofft auf ein Stillhalten des Westens, weil er die Angriffe auf den IS in den Mittelpunkt zu stellen versucht. Erdogan nimmt bürgerkriegsähnliche Zustände in Kauf, denn für ihn steht im Mittelpunkt die Niederschlagung des kurdischen Aufbegehrens.

In der Türkei dürfte es in Zukunft zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Türken und Kurden kommen, womöglich zu heftigen Terroranschlägen. Der Konflikt zwischen nichtkurdischen und kurdischen Türken ist auch auf deutschen Straßen zu erwarten, zumal hier mit einer Zunahme kurdischer Flüchtlinge gerechnet werden kann.

Aber viel wichtiger: Die Kurden im Kampf gegen den IS werden geschwächt. Und wenn Erdogan weiter darauf aus ist, das Assad-Regime endlich in die Wüste zu schicken, wird sein Engagement gegen den IS nachlassen, so dass dieser sich in Syrien und im Irak weiter breit machen kann.

Erdogan scheint noch nicht realisiert zu haben, dass der IS nicht regional auf den Irak und Syrien beschränkt bleiben will, wie man in Nordafrika deutlich feststellen kann. Der IS ist auf Expansion angelegt. Zuerst die arabische Welt, und dann darüber hinaus. Schon von Hitler hat man den Expansionswillen nicht glauben wollen, den er dann aber auf fürchterlichste Weise an den Tag gelegt hatte. Und der Ausgang des Zweiten Weltkrieges hätte auch ein anderer sein können - Gott sei Dank war er es nicht.

Je stärker der IS mit seinem extrem fundamentalistisch ausgelegten Islam wird, desto schwieriger wird es, ihn zu vernichten. Vielleicht ist die Türkei dann der erste leidtragende Staat außerhalb der arabischen Welt, der dem Expansionsdrang des IS erliegen könnte.
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14 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 30.07.2015 | 10:05  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 31.07.2015 | 17:21  
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 01.08.2015 | 12:50  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 01.08.2015 | 14:33  
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 01.08.2015 | 17:58  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 01.08.2015 | 18:27  
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 01.08.2015 | 19:26  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 01.08.2015 | 21:31  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 02.08.2015 | 21:12  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 09.09.2015 | 15:35  
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 10.09.2015 | 02:25  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.10.2015 | 11:19  
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Reinhard Gebauer aus Oberhausen | 13.10.2015 | 22:20  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 13.10.2015 | 22:42  
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