Europa wird sich neu erfinden müssen - eine "neue" Neuzeit bricht an

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Im nordgriechischen Grenzgebiet zu Mazedonien zeichnet sich eine humanitäre Katastrophe ab. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, dass die Enttäuschung der Migranten in Wut umschlägt.

Und diesen Migranten geht es nicht in erster Linie um einen sicheren Ort vor Verfolgung, denn sonst würden sie auf das Angebot von besseren und sicheren Unterkünften abseits des Grenzgebietes eingehen. Den meisten Migranten geht es um ein neues Lebensumfeld mit Perspektive für ein wirtschaftlich abgesichertes Leben. Und deshalb liegen die Migrationsziele in den wirtschaftlich starken Regionen Europas, wobei Deutschland eine herausragende Rolle spielt.

Die Flüchtlingspolitik, die anfangs um die Asylthematik kreiste, muss dringendst in eine vernünftige und ausgewogene Einwanderungspolitik umgewandelt werden. Und sollte es der EU tatsächlich bis Ende des Jahres gelingen, den Schengenraum wieder zu einem Raum ohne Grenzkontrollen zu machen, so ist eine gemeinsame europäische Einwanderungspolitik unabdingbar. Die Abschottungspolitik vieler EU-Staaten stimmt allerdings wenig optimistisch. Vielmehr vermittelt sich der Eindruck, dass die EU auf dem Weg ist, sich selbst abzuschaffen. Womöglich stehen wir schon bald vor einem Scherbenhaufen Europa. Innere Zerrissenheit und Druck von außen: Ein Szenario mit viel Sprengstoff.

Deutschland ist trotz häufig gehörter anderslautender Bekundungen schon seit langem ein Einwanderungsland. Was allerdings in unserer jetzigen Zeit neu ist, ist die nicht gerade affine kulturelle Identität der Zuwanderer. Auf diesem Hintergrund kann es zu gesellschaftlichen Problemen kommen, die fast allen früheren Zuwanderungswellen völlig unbekannt waren. Eine ganz andere Qualität nimmt hier die Integrationsfrage an.

Man muss sich wohl damit anfreunden, dass wir uns im Frühstadium einer Völkerwanderung befinden. Der Migrationsdruck auf Europa scheint dabei eine Eigendynamik zu entwickeln, die schwer einzudämmen ist, ohne dass die "reiche Welt" alle Anstrengungen unternimmt, die Abwanderungsursachen (im bisherigen Sprachjargon Fluchtursachen) zu bekämpfen. Aber ob die Bevölkerung dieser "reichen Welt" zum Teilen bereit ist, darf bezweifelt werden.

Mit dem Schutz der EU-Außengrenzen, dem Errichten eines neuzeitlichen Limes, wird es auch nicht getan sein. Die Flüchtlingsproblematik wird räumlich nur nach außen verlagert werden nach der Devise: Aus den Augen, aus dem Sinn.

Der einzig gangbare Weg scheint eine offensive, geregelte Einwanderungspolitik eines einigen Europas zu sein mit klaren Auflagen für jeden neuen "Europäer". Dabei muss es Europa gelingen, sich immer wieder neu zu erfinden.

Die Zeiten kontinentaler Trennung der Menschheit dürften für das Erdteildreieck Europa - Asien - Afrika endgültig vorbei zu sein, egal, ob man das gut findet oder nicht.
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19 Kommentare
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 05.03.2016 | 19:28  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 05.03.2016 | 19:32  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 11:14  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 11:36  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 12:13  
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Martina Janßen aus Hattingen | 06.03.2016 | 14:49  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 18:06  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 20:47  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 21:33  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 21:45  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 06.03.2016 | 23:07  
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Martina Janßen aus Hattingen | 07.03.2016 | 08:38  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 07.03.2016 | 17:59  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 07.03.2016 | 21:59  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 07.03.2016 | 23:29  
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Martina Janßen aus Hattingen | 09.03.2016 | 10:43  
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Martina Janßen aus Hattingen | 09.03.2016 | 16:39  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 09.03.2016 | 22:48  
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Martina Janßen aus Hattingen | 10.03.2016 | 07:27  
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