Fernsehgewohnheiten türkischstämmiger Bürger verhindern Dialog und Integration

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Duisburg: Deutschland | Die deutschen Medien, die so genannte vierte Gewalt in unserem Staat, prägen über weite Strecken unser Bild und unser Empfinden von Wirklichkeit. Insofern bilden sie eine Klammer der Gesellschaft und fungieren als etwas, das man dem Kitt zurechnen könnte, der unsere Gesellschaft zusammenhält. Eine herausragende Bedeutung kommt dabei dem Fernsehen zu.

Aber was das Zusammenwachsen von Menschen ohne und mit Migrationshintergrund betrifft, so bewirkt das deutsche Fernsehen äußerst wenig, was ihnen selbst allerdings nicht angelastet werden kann. Schaut man sich die Fernsehgewohnheiten der türkischstämmigen Menschen in Deutschland an, deren Gesamtheit wenig integrationsfördernd oftmals als türkische Community bezeichnet wird, so muss man feststellen, dass sie einem Dialog und einer Integration im Wege stehen.

Data 4U, ein Berliner Institut, das sich auf Meinungsforschung in ethnischen Zielgruppen spezialisiert hat, verlautbart dazu:

"Die ... türkeistämmigen Migranten in Deutschland schauen viel Fernsehen, sehr viel Fernsehen sogar. Deutlich mehr als 90 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe schaltet zumeist mehrmals täglich für mehrere Stunden das TV-Gerät an, um sich über das Weltgeschehen zu informieren oder schlicht um sich zu unterhalten. Um genauer zu sein: Sie schalten in der Türkei produzierte, türkischsprachige TV-Sender ein, die in Deutschland über Satellit, Kabel oder im Internet zu empfangen sind. Deutsche Medienangebote jedoch werden kaum wahrgenommen. Noch weniger die Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Die kumulierten Marktanteile der türkischen Fernsehsender liegen aktuell bei 85 bis 90 Prozent, alle deutschen Sender zusammengenommen kommen entsprechend gemeinsam auf 10 bis maximal 15 Prozent Marktanteile. Der gesamte Anteil aller öffentlich-rechtlichen Programmangebote, liegt bei unseren regelmäßigen Reichweiten-Messungen in deutsch-türkischen Haushalten zumeist deutlich unter fünf Prozent."

Gegen die Verbundenheit der Deutschtürken mit ihrem Herkunftsland oder dem Herkunftsland ihrer Eltern oder Großeltern ist zunächst nichts einzuwenden. Wenn türkischstämmige Menschen in Deutschland ihre Informationen und ihr Bild und Empfinden von Wirklichkeit allerdings fast ausschließlich aus türkischen Medien, insbesondere von türkischen Fernsehsendern beziehen, so baut sich bei ihnen ein Bild von Wirklichkeit auf, das sich in Themensetzung und Ausrichtung vom Bild unterscheidet, welches das deutsche Fernsehen vermittelt, das von ihnen quasi gar nicht wahrgenommen wird.

Gerade in der heutigen Zeit der gleichgeschalteten türkischen Medienlandschaft ist das fatal. Weltpolitik, aber auch politische Ereignisse und Entwicklungen in Deutschland werden von den türkischstämmigen Fernsehzuschauern in vielen Fällen nur noch durch die Erdoganbrille gesehen. Ob gewollt oder nicht, diese Fernsehzuschauer lassen sich von Erdogan in ihrer Meinungsbildung lenken, obgleich sie Bürger Deutschlands sind und in Deutschland leben.

So prägen deutsche Fernsehsender über weite Strecken das Bild und das Empfinden von Wirklichkeit der meisten in Deutschland lebenden Menschen, während diese Rolle für die meisten türkischstämmigen Menschen in Deutschland die gleichgeschalteten Fernsehsender der Türkei übernehmen.
Zwei verschiedene Kittmassen, zwei verschiedene Zuschauergesellschaften.

Bei dem zerrütteten Verhältnis zwischen Deutschland und der Erdogan-Türkei verheißt das nichts Gutes. Zunehmende Integrationsabneigung der Türkischstämmigen in Deutschland und zunehmendes Denken in Parallelgesellschaften sind zu befürchten.

Ich frage mich und weiß keine Antwort:
Warum fokussieren sich unsere türkischstämmigen Mitbürger, die mit zunehmendem Anteil in Deutschland geboren sind, die allesamt hier ihr Lebensumfeld haben und auch in Deutschland bleiben wollen, inzwischen schon traditionell auf türkische Fernsehsender, die ihre Lebenswirklichkeit überhaupt nicht widerspiegeln?
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10 Kommentare
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 10.08.2017 | 07:24  
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Stefan Hoffmann aus Düsseldorf | 10.08.2017 | 07:37  
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Harald Martens aus Bochum | 10.08.2017 | 08:19  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 10.08.2017 | 12:05  
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Martina Janßen aus Hattingen | 12.08.2017 | 21:31  
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Imke Schüring aus Wesel | 16.08.2017 | 12:47  
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Ahmed-Hassan Byrkelin aus Hattingen | 16.08.2017 | 18:52  
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Martina Janßen aus Hattingen | 17.08.2017 | 01:29  
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Ahmed-Hassan Byrkelin aus Hattingen | 18.08.2017 | 14:22  
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Martina Janßen aus Hattingen | 22.08.2017 | 21:57  
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