Für 990 Baubetriebe in Duisburg und am Niederrhein wird Staub-Schutz zur Pflicht

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Staubiges Geschäft: Wie hier bei der Fassadensanierung sind Bauarbeiter täglich teils gefährlichen Stäuben ausgesetzt. Mit neuen Standards wollen Gewerkschaft und Bauwirtschaft jetzt gegen den Staub vorgehen (Foto: IG BAU)

Neue Vereinbarung „Staubminimierung beim Bauen“ in Kraft


Bohren, schneiden, Putz abschlagen – staubige Arbeiten gibt es auf jeder Baustelle. Und die machen oft krank. Doch damit soll nun Schluss sein: Ab sofort müssen die rund 990 Baubetriebe in Duisburg und am Niederrhein ihre Mitarbeiter besser vor Staub schützen – und zum Beispiel Luftreiniger anschaffen, um neue Staub-Grenzwerte einzuhalten. So steht es in der Vereinbarung „Staubminimierung beim Bauen“. Diese „Anti-Staub-Charta“ haben IG Bauen- Agrar-Umwelt (IG BAU), Arbeitgeberverbände der Baubranche, Bundesarbeitsministerium und Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft jetzt unterschrieben. Vom Maurer über den Trockenbauer bis hin zum Dachdecker profitieren nach Angaben der IG BAU allein in Duisburg und am Niederrhein 10860 Bauarbeiter von den neuen Schutz-Standards.

Die IG BAU Duisburg-Niederrhein spricht von einem „Meilenstein für die Branche“: „Mit den neuen Regeln könnte das Bild vom dreckigen und abends hustenden Bauarbeiter bald der Vergangenheit angehören“, sagt Bezirkschef Friedhelm Bierkant. Für Tausende Beschäftigte in der Region dürfte das Risiko, an den Atemwegen oder an Lungenkrebs zu erkranken, deutlich sinken. Denn staubarmes Arbeiten werde nun endlich zur Pflicht, an die sich auch alle Baufirmen in der Stadt halten müssen, so Bierkant.

Staub soll insbesondere im Bestandsbau verringert werden, heißt es in der Vereinbarung. Der Grenzwert für sogenannte „lungengängige Stäube“ darf die Marke von 1,25 Milligramm pro Kubikmeter nun nicht mehr überschreiten. Bislang lag die Grenze bei drei Milligramm. Reduziert werden soll damit auch die Gefährdung durch krebserzeugenden Quarzstaub, der in fast jedem Baustaub enthalten ist. „Um das umzusetzen“, so Bierkant, „muss die Bauwirtschaft beim Arbeitsschutz aber richtig aufrüsten – von neuen Maschinen bis hin zur Schulung der Beschäftigten.“ Die Alternative sei Ärger mit dem Amt: Denn die Behörden für Arbeitsschutz kontrollieren, ob die neuen Standards eingehalten werden.

Dabei können Firmen für die Anschaffung von Luftreinigern oder speziellen Bohrern mit Staubabsaugung bis zu 50 Prozent Zuschuss von der Berufsgenossenschaft bekommen, erklärt Bierkant. Dies komme gerade kleineren Betrieben zugute, für die eine Umrüstung oft eine erhebliche Investition sei. Nach Angaben von IG BAU und Berufsgenossenschaft lässt sich ein Großteil der Baustellen schon mit rund 3.000 Euro staubarm machen. „Oft sind es auch einfache Lösungen, die einen guten Effekt haben. So können Fliesenleger ihre Platten auf speziellen Tischen brechen – statt sie mit einem staubenden Schneider zu zerlegen.“

Zusammen mit der Berufsgenossenschaft startet die IG BAU im kommenden Jahr hierzu eine bundesweite Info-Kampagne. „Mit Schulungen sollen auch in Nordrhein-Westfalen möglichst viele Bauarbeiter erreicht werden“, betont der Gewerkschafter. Denn der Kampf gegen den Staub sei letztlich nur zu gewinnen, wenn Betriebe und Beschäftigte an einem Strang ziehen. Weitere Infos rund um Schutzmaßnahmen für Unternehmen und Beschäftigte gibt es in einer Broschüre des Bundesarbeitsministeriums, die im Netz abrufbar ist unter: https://www.igbau.de/Binaries/Binary38070/schluss-mit-staub.pdf
Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt Bezirksverband Duisburg-Niederrhein
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