Gedanken zur zunehmenden Angst der bürgerlichen Mitte vor einer Islamisierung

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Zur Zeit scheint in Deutschland vieles in einen Topf geworfen zu werden, angefangen von den bereits in der dritten Generation hier lebenden Menschen mit Migrationshintergrund über die Flüchtlinge und die EU-Zuwanderer Südosteuropas bis hin zu den IS-Terroristen, die auch aus unserem Land nicht wenig Zulauf haben. Als das, was sie vermeintlich zusammenschweißt, wird der Islam ausgemacht. Aus dieser Gemengelage wird im Zusammenhang mit aktuellen Schauermeldungen - auch in der bürgerlichen Mitte - eine diffuse Angst vor einer Islamisierung unserer westlichen Kultur gespeist. Menschen sehen sich mit einer Drohkulisse konfrontiert, die sie als persönlichen Angriff empfinden. Pegida ist ein Ausdruck dieser Entwicklung.

Dabei ist festzustellen:

- Die ehemaligen Gastarbeiter und ihre Nachkommen sind längst bei uns inkludiert und leben in der Regel friedlich in ihren Nachbarschaften. Von Missionierung der übrigen Gesellschaft keine Spur.

- Die Flüchtlinge sind zumeist Verfolgte islamistischer Unterdrücker, dabei selbst häufig Muslime. Islamisierung steht wahrlich nicht auf ihren Fahnen, sie sind selbst Opfer.

- Die EU-Zuwanderer haben verschiedene Bekenntnisse, nur eine geringe Zahl fühlt sich dem Islam verbunden. Es mag bei ihnen mitunter Sozialschmarotzertum, Kleinkriminalität und eine merkwürdige Vorstellung von Ordnung geben, aber eine Tendenz zur Islamisierung? Fehlanzeige.

- Übrig bleiben die Dschihadisten des IS, dessen Arm über die deutschen Rückkehrer und gewissermaßen auch über die Salafisten bis in unser Land reicht. Und der IS mit seinen totalitaristischen Ansprüchen ist nicht nur ein Anachronismus in unserer modernen Welt, sondern auch wahrlich brandgefährlich, zumal seine Anhänger in ihrem dogmatischen Wahn glauben, Allahs Zorn zu vollstrecken. Wenn sie wüssten, was Allah von ihnen hält ...? Die Mörderbanden des IS mit ihrem kruden Absolutheitsanspruch und ihrer Menschenverachtung übelster Art verfolgen tatsächlich die Islamisierung, und nicht nur Syriens und des Iraks.

Was ist zu hoffen?

1. Dass sich die Muslime in Deutschland immer wieder deutlich vom Gedankengut des IS distanzieren.

2. Dass der IS möglichst schnell zerschlagen wird und der Spuk ein Ende hat.

3. Dass die Menschen in Deutschland sich des hohen Wertes unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung bewusst sind und sie wissen, dass es sich lohnt, sie zu verteidigen.

4. Dass die Politik die Ängste der Menschen ernst nimmt.

5. Dass nicht jeder, der Ängste vor einer Islamisierung äußert, sofort in die rechte Ecke gestellt wird.

6. Dass sich niemand von den ewig gestrigen Braunen unserer Gesellschaft instrumentalisieren lässt.

Abschließend wünsche ich Ihnen, den Lesern, ein friedvolles Weihnachtsfest, mögen Sie christlichen Glaubens, islamischen Glaubens, anderen Glaubens oder ohne jegliches religiöses Bekenntnis sein.
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1 Kommentar
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 17.12.2014 | 20:06  
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