Grüne und Linke fordern: Intensivtäter-Milieus an gemeinsamen Runden Tisch mit Polizei und Behörden - Entrüstung bei SPD und CDU

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Duisburg: BV Meiderich/Beeck | No-Go-Areas, Angsträume ..., wie man sie auch nennen will - es gibt sie in unseren Städten, diese Gebiete, in denen respektloses, aggressives Benehmen und Kleingangstertum, oftmals von Menschen mit Migrationshintergrund, der Bevölkerung große Sorgen bereiten. Angesichts der defizitären Integration sehen sich viele Alteingesessene ihrer Heimatgefühle beraubt. Und nicht selten vernimmt man den Vorwurf an die Ordnungsmächte, dieser Entwicklung tatenlos zugesehen zu haben. Erst in jüngster Vergangenheit deutet sich ein Umdenken an. In Marxloh etwa wurde die Polizeipräsenz massiv erhöht, das Ordnungsamt sieht häufiger als früher nach dem Rechten.

Seit 2015 besteht im Duisburger Norden eine Netzwerkpartnerschaft für mehr Sicherheit. Ihr gehören die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrt, einige städtische Ämter, das Kommunale Integrationszentrum, der Stadtsportbund, die Entwicklungsgesellschaft Duisburg und natürlich die Polizei an, der inzwischen immer weniger Respekt von manchen Bevölkerungsgruppen entgegengebracht wird.

Melih Keser, grüner Kommunalpolitiker aus Duisburg, sorgte jetzt im Zusammenhang mit mehr Sicherheit und Integration für mächtigen Wirbel in der Bezirksvertretung Meiderich/Beeck.
Was ist geschehen?
Keser stellte im Namen der Grünen- und der Linkenfraktion den Antrag auf Erweiterung dieser Netzwerkpartnerschaft. Man solle die Milieus, aus denen Intensivtäter stammen, die das friedliche Zusammenleben beeinträchtigen, mit ins Boot holen. Er schlug regelmäßige Gesprächsrunden von Menschen aus diesen Milieus mit Polizei, Behörden und Politik vor. Keser könnte sich solche Runden unter Moderation der Awo-Integrations-GmbH gut vorstellen.

Keser verwies auf den Erfolg solcher Gesprächsrunden in Essen, wo von ursprünglich fast 200 libanesisch-kurdischen Intensivtätern schließlich nur noch ein Zehntel übrig geblieben sei.

Laut Antrag sollte in jedem Stadtbezirk des Duisburger Nordens solch eine Gesprächsrunde installiert werden. Keser fügt hinzu: „Dies würde mittelfristig dazu führen, dass viele Probleme erst gar nicht entstehen.“ Spätestens als er forderte, in einer solchen Netzwerkpartnerschaft müsste man "auf Augenhöhe" miteinander reden, reichte es den Sprechern von SPD und CDU.

Tim Eickmanns von der SPD war erbost: "In aller Deutlichkeit: Jugendliche, die Konflikte mit der Polizei haben, die kann ich gar nicht auf Augenhöhe mit der Polizei sehen. Die Polizei setzt den Rechtsstaat durch, dafür sollten wir dankbar sein." Und Christof Eickhoff von der CDU schlug entrüstet in die gleiche Kerbe: "In einer Zeit, wo Polizisten über immer weniger Respekt klagen, so etwas zu fordern, ist doch vollkommen abwegig!"

Das Ende vom Lied: Der Antrag der Grünen und der Linken wurde mehrheitlich abgeschmettert und landete im Müll.

Eine gute Entscheidung? Oder wurde hier vielleicht vorschnell entschieden?
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17 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 03.02.2017 | 16:29  
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 03.02.2017 | 16:48  
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Ute Jonetat aus Essen-West | 03.02.2017 | 18:07  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 03.02.2017 | 18:16  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.02.2017 | 18:50  
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Martina Janßen aus Hattingen | 03.02.2017 | 20:07  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.02.2017 | 20:41  
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Martina Janßen aus Hattingen | 03.02.2017 | 22:03  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 03.02.2017 | 22:05  
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 04.02.2017 | 08:09  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 04.02.2017 | 11:26  
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 04.02.2017 | 15:11  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 04.02.2017 | 15:42  
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Martina Janßen aus Hattingen | 05.02.2017 | 14:05  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 05.02.2017 | 15:03  
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 05.02.2017 | 20:10  
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