Heterogenisierung von Lerngruppen - unsere Schulpolitik auf dem Holzweg?

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Die Schulpolitik in unserem Land tendiert zu mehr integrativen Schulformen wie Gesamt- und Sekundarschule. Ziel: Schwächere und stärkere Schüler gemeinsam unterrichten.

Die damit einhergehende Heterogenität der Lerngruppen, die durch die Inklusion noch verstärkt wird, soll allen Schülern zugute kommen. Kein Kind zurücklassen - das ist die Devise. Die schwächeren Schüler lernen von den stärkeren, diese wiederum profitieren von ihrer Helferaufgabe. Solidarität im Klassenraum, gemeinsam sind wir stark. Erforderlichenfalls sollen die Lehrer durch Binnendifferenzierung jedem Schüler gerecht werden. Die Formeln "Fördern und Fordern" und "Individuelle Förderung" hallen durch unsere Schulen.

Der Nachweis, dass die Heterogenisierung der Lerngruppen das Leistungspotenzial jedes Schülers voll zur Entfaltung bringt, kann allerdings nicht erbracht werden, zumal Noten inzwischen kein Kriterium mehr sind. Gute Noten werden inzwischen inflationär vergeben und führen zu einer Augenwischerei.

Die Klassenstärken mit oftmals 30 Schülern sind viel zu hoch, um jedem Schüler gerecht werden zu können.

Die Kluft zwischen leistungsstarken und leistungsstarken Schülern ist so groß, dass die Ansprüche an die Schüler allenfalls auf Mittelmaß reduziert werden müssen. Die Potenziale der lernstarken Schüler bleiben dadurch auf der Strecke.

Anstrengungsbereitschaft und Disziplin in unseren Schulen verkümmern immer mehr, so dass Lehrer viel zu viel Zeit aufbringen müssen, um sich mit den wenig arbeitswilligen Schülern und den Störern zu beschäftigen. Hausaufgaben werden häufig nicht gemacht, was das Lerntempo in den Klassen zurückwirft.

Das Arbeiten mit homogeneren Lerngruppen wäre für Lehrer nicht nur didaktisch und organisatorisch leichter, sondern auch zielführender und nicht mit so vielen Umwegen verbunden.

Es ließen sich noch weitere Punkte anführen. Dennoch werden fast alle Schüler "erstaunlicherweise" zu einem auf dem Papier recht guten Schulabschluss geführt.

Warum klagen Ausbildungsbetriebe aber häufig über die Ausbildungsunfähigkeit mancher Bewerber, warum können manche Studenten kein ordentliches Deutsch?

Selektion im Sinne von Ausgrenzung darf nicht sein - aber ob Heterogenisierung der Lerngruppen auf Teufel komm raus der richtige Weg ist, kann getrost in Frage gestellt werden.
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3 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 28.02.2016 | 12:14  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 28.02.2016 | 14:13  
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Dirk Schlenke aus Duisburg | 29.02.2016 | 13:14  
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