IG BAU fordert Schluss mit Turbo-Putzen

Anzeige
Ulrike Laux IG BAU Bundesvorstand (Foto: IG BAU)
Frankfurt am Main, 14.07.2015
Die zweiten Tarifverhandlungen in der Gebäudereiniger-Branche sind heute ergebnislos vertagt worden. Die Gebäudereiniger-Gewerkschaft IG BAU und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks trennten sich nach mehrstündigen Verhandlungen ohne ein Ergebnis für die rund 600 000 Beschäftigten der Branche.

Schwerpunkt der zweiten Verhandlungsrunde war die IG BAU-Forderung nach einem Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung. „Ständig werden die Arbeitszeiten gekürzt ohne den Umfang der Leistung anzupassen. Mit dem Turbo-Putzen muss endlich Schluss sein. Die Leistungsschraube ist derart überdreht, dass die Beschäftigten längst nicht mehr können. Um ihre Arbeit zu schaffen, müssen sie Überstunden machen, die nicht bezahlt werden. Unbezahlte Arbeit in der Freizeit ist aber keine Option“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux.

Die Arbeitgeber haben ihrerseits erneut kein Angebot gemacht. Die Diskussion drehte sich ausschließlich um den bundesweit ersten Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung. Kurzzeitig unterbrochen wurde die Verhandlung durch eine rund hundertköpfige Delegation von Beschäftigten, die ihrerseits noch einmal betonten, wie sehr die Arbeitsbedingungen im Gebäudereiniger-Handwerk inzwischen aus dem Ruder gelaufen sind.

„Wir spüren einen starken Widerwillen der Arbeitgeber, der Quadratmeterleistung Grenzen zu setzen. Sie schieben stets die Preisvorstellungen der Kunden vor und behaupten, die Qualität der Reinigungsleistung spiele eine untergeordnete Rolle“, sagte Laux. „Es besteht aber eine Verantwortung der Arbeitgeber für die Beschäftigten. Ihre Pflicht ist es, ihre Angebote so zu gestalten, dass der Wettbewerb nicht auf Kosten der Arbeitnehmer ausgetragen wird. Kein Kunde der Reinigungsfirmen hat Lust, den Schwarzen Peter für Ausbeutung von fremden Unternehmen zugeschoben zu bekommen.“.

Im Übrigen fordert die IG BAU ein Plus von 80 Cent in der untersten Lohngruppe, die gleichzeitig der tarifliche Mindestlohn der Branche ist. In höheren Lohngruppen soll das Plus 6,4 Prozent betragen. Zudem will die IG BAU 25 Jahre nach der Wiedervereinigung einen deutlichen Angleichungsschritt der Ost- an die Westlöhne.

Die Verhandlungen werden am 10. September 2015 in Berlin fortgesetzt.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.