IG BAU kritisiert Hochtief-Leitung wegen Flucht aus Bauverband

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Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU (Foto: IG BAU Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 05.08.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) kritisiert scharf die Entscheidung des Hochtief-Vorstands, den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) zu verlassen. Der Branchen- und Arbeitgeberverband verhandelt gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der IG BAU Tarifverträge für die Bauwirtschaft.

„Uns fehlt für diesen Schritt jegliches Verständnis. Der Hochtief-Vorstand begibt sich damit ins gesellschaftliche Abseits. Die Verbandsbindung gehört zu den ganz wesentlichen Bestandteilen des deutschen Sozialwesens“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers.

„Ein ohne Not herbeigeführter Bruch sendet zugleich ein deutliches Signal an die Beschäftigten des Baukonzerns. Die Tarifbindung wird mit Verlassen des Verbands aufgekündigt. Über Folgen und weitere Vorgehensweisen wird die IG BAU mit dem Konzernbetriebsrat beraten. Klar ist aber schon jetzt: Das Ausscheren aus der bundesweiten Tarifbindung darf für die Hochtief-Mitarbeiter keine Nachteile haben.“

Hochtief beschäftigt in Deutschland rund 3 600 Arbeitnehmer. Der Konzern hat angekündigt, zum Jahresende aus dem HDB auszutreten.

Laut Medienberichten will der Vorstand künftig die Interessen des Baukonzerns eigenständig vertreten. „Die Begründung der Unternehmensleitung für den Austritt aus dem HDB ist für uns nicht nachvollziehbar“, sagte Schäfers. „Es ist mehr als fraglich, ob einem einzelnen Betrieb im politischen Berlin und Brüssel mehr Gehör geschenkt wird, als einem Verband. Was der Vorstand noch als Unabhängigkeit empfinden mag, könnte schnell zur Isolation werden.“

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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