IG BAU warnt vor hohem Unfallrisiko durch Stress im Job

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Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU (Foto: IG BAU Paul Schimweg)
Frankfurt am Main, 28.04.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) gedenkt anlässlich des heutigen internationalen Workers Memorial Days der Beschäftigten, die bei ihrer Arbeit verstorben sind, verletzt wurden oder schwer erkrankten. Beschäftigte in der Bau- und Landwirtschaft sind besonders hohen Risiken ausgesetzt.

Unter der Überschrift „Sabbat heute – Loskommen vom Dauerstress“ veranstaltet die IG BAU zusammen mit der Gemeinde der „Berliner Gedächtniskirche“ einen zentralen, ökumenischen Gedenkgottesdienst. „Arbeit darf nicht krank machen. Erst recht darf sie nicht dazu führen, dass Menschen sterben“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende Dietmar Schäfers. „Jeder erkrankte, verletzte oder verstorbene Kollege ist einer zu viel!

Täglich ereignen sich hierzulande Tausende Arbeitsunfälle, drei bis vier Menschen sterben in der Folge. Zudem ist die Zahl der beruflich verursachten Erkrankungen enorm. Leider sind die Ursachen nicht immer sofort erkennbar. Einer der heimlichen Killer ist Stress, den wir deshalb zum Thema des diesjährigen Gedenkens gemacht haben. Zeitdruck, zu wenige Kollegen, Überforderung und Angst um den Job belasten nicht nur die Seele der Menschen, sie führen oft genug zu Erschöpfung. In der Folge schwindet die Konzentration und das Unfallrisiko steigt.

Bitter ist, dass viele Risiken auf Kosteneinsparungen zurückzuführen sind. Es reicht daher nicht, sich allein auf den Gesetzgeber zu verlassen. Die Beschäftigten müssen für ihre eigene Sicherheit und Gesundheit einstehen und jeder Einzelne ist gefordert, immer wieder auf Missstände im Betrieb hinzuweisen und den Chef aufzufordern, Abhilfe zu schaffen. Überarbeitung, Zeitdruck, fehlende oder falsche Ein- und Unterweisung, unzureichende Schutzausrüstung, haltungsschädigende Arbeitsbereiche oder Arbeitsmittel, fehlende oder mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen bis hin zu gefahrbringenden Arbeitsanweisungen haben im Job nichts zu suchen - sind aber keine Seltenheit“.

Nach den aktuellsten Zahlen aus 2014 der Deutschen gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) gab es in dem Jahr 473 tödliche Arbeitsunfälle. Das waren 18 mehr als im 2013.

Die traurigen Top 5 der Berufskrankheiten sind (2014):

1. Lärmschwerhörigkeit (6.649 Fälle)
2. Asbestose - Lungenerkrankung durch Asbest (1.967 Fälle)
3. Mesotheliom – Tumorerkrankung durch Asbest (1.048 Fälle)
4. Lungen/Kehlkopfkrebs durch Asbest (844 Fälle)
5. Infektionskrankheiten (814 Fälle)

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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