"Ihr seid nicht vergessen!": Caritas-Bosnienhilfe wirbt um Familienpatenschaften

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Bosnienhelfer Heribert Hölz (Foto: Frank Preuß)
Keine Arbeit, kein Geld, keine Perspektiven. Für viele Menschen in Bosnien stellt das Leben einen tagtäglichen Überlebenskampf dar.

Über 47 Prozent Arbeitslosigkeit, 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit. Rentner, die mit 50 Euro im Monat auskommen müssen. "Das ist ein Hohn", sagt Heribert Hölz von der Caritas-Bosnienhilfe, der sich seit über 24 Jahren mit zahlreichen Mitstreitern und unzähligen Spendern für Bedürftige im einstigen Bürgerkriegsland, gleich welchen Glaubens, einsetzt.

Unter anderem lindert die Caritas-Bosnienhilfe mit Familienpatenschaften die schlimmste Not. "Unser ältestes Hilfsprojekt", erklärt Hölz, der einmal mehr um Spenden und Spender für die gute Sache wirbt. Familienpatenschaften sind auf ein Jahr begrenzt. Die Paten unterstützen mit 25 Euro im Monat eine bosnische Familie. Das zwölf Monate lang: 300 Euro.

Ältestes Hilfsprojekt


"Von 25 Euro kann ich mir in Bosnien 50 Brote kaufen, von 300 Euro 600 Brote", so Hölz. Für Menschen, die zwar nicht mehr - wie in den Kriegsjahren - um Leib und Leben fürchten, aber immer noch Gefahr laufen, hungern zu müssen, eine unschätzbare Hilfe.

Um garantieren zu können, dass das Geld auch wirklich bei den Familien ankommt, hat Heribert Hölz "Sicherungen" eingebaut. Die Familien sind ihm bekannt, Pfarrer, Lehrer, Bürgermeister vor Ort müssen sich die Auszahlung quittieren lassen. Und Hölz stattet den Familien im Laufe seiner regelmäßigen Hilfstouren durch Bosnien persönlich einen Besuch ab. Der Spender aber bleibt für die Familien anonym.

Als "vergessene Katastrophe" bezeichnet Heribert Hölz die Situation in Bosnien. Die Übernahme von Familienpatenschaften wertet er als nicht zu unterschätzendes Zeichen, um den Menschen vor Ort jedoch zu signalisieren: "Ihr seid nicht vergessen!" Und sie so eventuell davon abzuhalten, als Flüchtlinge woanders ihr Heil zu suchen. Denn das gelingt kaum. Das Land ist als sicherer Herkunftsstaat eingestuft, Asylanträge werden daher in der Regel abgelehnt.

Kontakt
=> Heribert Hölz ist in der Regel vormittags, von 8 bis 12 Uhr, beim Caritasverband Duisburg, Tel. 0203/44 98 59-16, zu erreichen, privat unter Tel. 02845/56 86.
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