Kai-Uwe und der Vorschlag Klaus von Dohnanyis zur Bekämpfung der Fluchtursachen

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Wer teilt nicht die Meinung, dass die Flüchtlingsströme, insbesondere die vom Nahen Osten nach Europa, eingedämmt werden müssen? Darin ist Europa sich einig. Aber wie im Nebel - vgl. links - fischt die Politik nach einer optimalen Lösung für Syrien und dessen Umfeld.

Nun ist die Bekämpfung der Fluchtursachen im Nahen Osten durch eine Befriedung der Region, besonders Syriens, die eine Seite, eine wohl nicht zu umgehende, im Grunde aber unerfreuliche, weil sie anscheinend ohne militärische Kampfeinsätze nicht zu bewältigen ist. Und diese sich wohl ausweitenden Kampfeinsätze ohne UN-Mandat durchzuführen, ist sehr fragwürdig.

Die andere Seite ist aber, den Flüchtlingen, besonders denen aus Syrien, die es zunächst einmal in die Anrainerstaaten geschafft haben, Perspektiven zu eröffnen, die ihren Entschluss verhindern, nach Europa aufzubrechen. Diese Anrainerstaaten, insbesondere die Türkei, der Libanon und Jordanien, können das nicht schaffen - vielleicht wollen sie es auch nicht.

Da kommt ein Vorschlag des SPD-Urgesteins Klaus von Dohnanyi womöglich zur rechten Zeit. Der 87jährige Sozialdemokrat, in den Siebzigern Bundesbildungsminister, später Erster Bürgermeister der Hansestadt Hamburg, regt an, die europäischen Staaten sollten in der Türkei, im Libanon und in Jordanien die Flüchtlingscamps übernehmen und die dortigen Standards mit europäischem Geld nachhaltig erhöhen. Das ginge natürlich nur im Einvernehmen mit den Regierungen der drei Länder. Konkret schlägt Dohnanyi vor, das Management türkischer Flüchtlingscamps solle in deutsche Hände, das der libanesischen in französische Hände und das der jordanischen in britische Hände gelegt werden. Eine Art Aufsichtsrat des jeweiligen Landes solle dem Management an die Seite gestellt werden.

Und jetzt kommt mein Freund Kai-Uwe ins Spiel, den ich hier im LK ja schon öfter mit seinen zum Teil skurrilen Konzepten vorgestellt habe. Mir gegenüber hat er sich jetzt begeistert gezeigt von der Dohnanyi-Idee.

Geld sei genug da. Ob es nun in Deutschland oder im Nahen Osten ausgegeben würde für die Flüchtlinge, spiele nur eine unterrangige Rolle. Und wenn Europa Banken retten könne mit Unsummen von Geldern, von denen nur ein Bruchteil zurückerwartet werden könne, dann dürfte die Finanzierung der Flüchtlingscamps im Nahen Osten auch kein Problem darstellen.

Über eine Verbesserung der Standards sieht Kai-Uwe noch einige andere Vorteile und Chancen. Zunächst einmal könnte gewaltig Dampf aus dem Kessel genommen werden, der sich hierzulande in zunehmender Ausländerfeindlichkeit, aber auch in größer werdenden Integrationsproblemen äußere, denn dass das vehemente Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen mit eigenen Traditionen reibungslos abgehen werde, sei nicht zu erwarten. Interessant ist auch in diesem Zusammenhang der Gedanke des Vorsitzenden des Zentralrates der deutschen Juden, Schuster, über die Flüchtlingsmigration laufe Deutschland Gefahr, traditionellen arabischen Antisemitismus zu importieren.

Weiterhin, so Kai-Uwe, böte das Managen der Flüchtlingscamps eine Chance zu nachhaltiger Entwicklungspolitik. Die Camps könnten zu besser befestigten Siedlungen ausgebaut werden mit einer Infrastruktur, die das Leben der Flüchtlinge wieder lebenswert machen würde. Gesundheitshäuser, schulische Einrichtungen sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen in kleinen Betrieben wären ein deutliches Signal. Die Leistungspotenziale der Menschen könnten vor Ort eingesetzt werden, Wirtschaftsgemeinschaften könnten entstehen, die den Flüchtlingen zugute kämen, aber auch den drei betroffenen Ländern. Gefördert würde das Ganze durch europäisches Geld, aber auch Personal aus Europa, das den Aufbau unterstützen müsste.

Solche Enklaven könnten zu einem Gewinn werden für alle, meint Kai-Uwe. Und sollten die Flüchtlinge nach einer etwaigen Befriedung wieder in ihre Heimatländer zurückkehren. könnte die vorhandene Wirtschaftsstruktur und Infrastruktur von den Gastgeberländern genutzt und integriert werden.

Ja, soweit mein Freund Kai-Uwe. Dabei frage ich mich allerdings - mal wieder! -, ob Kai-Uwe, vielleicht sogar Klaus von Dohnanyi, da ein Denkfehler unterläuft. Es ist nicht immer alles toll, was zunächst einmal bestechend klingt. Aber interessant ist der Vorschlag von Klaus von Dohnanyi, der im Übrigen den Kurs unserer Bundeskanzlerin voll unterstützt, und das Weiterspinnen meines Freundes Kai-Uwe allemal.
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 26.11.2015 | 21:37  
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Imke Schüring aus Wesel | 26.11.2015 | 21:48  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 26.11.2015 | 22:03  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 26.11.2015 | 23:01  
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Martina Janßen aus Hattingen | 27.11.2015 | 00:39  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 27.11.2015 | 21:43  
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Imke Schüring aus Wesel | 27.11.2015 | 22:08  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 28.11.2015 | 11:49  
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