Mach et, Mehmet! - Türkenfeindlichkeit? Nein! - Suspekte Berichterstattung? Jein!

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Duisburg: Duisburg | Rassismus, Türkenfeindlichkeit - so der Vorwurf aus der türkischen Community Duisburgs, wenn man der WAZ/NRZ und wenigen weiteren Medien Glauben schenken darf.

Was ist geschehen? Die Duisburger Wirtschaftsbetriebe hatten eine pfiffige Idee für eine neue Müllentsorgungskampagne namens "Mach´s rein!", die sie jetzt auch umgesetzt haben. Die Duisburger auf den Straßen der Stadt sollen damit animiert werden, ihren Müll nicht auf den Boden zu werfen, sondern in die flächendeckend aufgestellten Müllbehälter der Stadt. Diese Behälter haben besondere Aufschriften bekommen. Dazu die Wirtschaftsbetriebe:

"Acht neue Motive helfen bei der Müllentsorgungsorientierung.

Hau rein, Hanna!
Sauber, Steffi!
Geht doch, Gülcan!
Lass krachen, Lisa!
Komma hier, Kevin!
Mach et, Mehmet!
Alles klar, Andi!
Respekt, Robert!

Mit Witz, Humor und einem zwinkernden Auge möchten wir dich bitten, Papierkörbe für deinen Abfall zu benutzen."

Die Schriftzüge sind in Weiß auf grünem Grund gehalten, ansonsten sind die Müllbehälter wie üblich blau. Zwei der acht Namen sind türkischen Ursprungs, das entspricht in etwa der Bevölkerungsverteilung in Duisburg. So weit, so gut.

Nun berichten WAZ/NRZ von einer Empörung unter den türkischen Bürgern Duisburgs, hier läge Rassismus und Türkenfeindlichkeit vor: Geht doch, Gülcan! Mach et, Mehmet! Die Zeitung beruft sich auf Einzelstimmen, die etwa auf Twitter zu lesen sind, und auf eine türkische Zeitung, die in keiner Weise maßgeblich für die Meinung der türkischstämmigen Menschen in Duisburg ist. Welche Ausmaße die Empörung tatsächlich hat, bleibt völlig im Dunkeln. Internetrecherchen lassen keinen Rückschluss auf einen Sturm der Entrüstung zu.

Was die Berichterstattung jedenfalls auslöst, nicht zuletzt in den schon jetzt auftauchenden Kommentaren im Internet, ist tatsächliche Türkenfeindlichkeit. All diejenigen, die schon immer größten Argwohn hatten, fühlen sich nur bestärkt.

Sollte sich herausstellen, dass die überwältigende Mehrheit der türkischstämmigen Duisburger an der Kampagne der Duisburger Wirtschaftsbetriebe überhaupt nichts auszusetzen hat, müssen sich die betroffenen Medien den Vorwurf gefallen lassen, in unverantwortlicher Weise einen weiteren Keil in die Duisburger Stadtgesellschaft getrieben zu haben.
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17 Kommentare
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Harald Martens aus Bochum | 08.08.2017 | 14:40  
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Peter Gross aus Bochum | 08.08.2017 | 17:56  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.08.2017 | 18:28  
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Peter Gross aus Bochum | 09.08.2017 | 17:41  
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Harald Martens aus Bochum | 09.08.2017 | 18:48  
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Volker Dau aus Bochum | 09.08.2017 | 19:26  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 09.08.2017 | 20:25  
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Volker Dau aus Bochum | 09.08.2017 | 20:48  
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Peter Gross aus Bochum | 10.08.2017 | 18:06  
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Volker Dau aus Bochum | 10.08.2017 | 19:17  
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Volker Dau aus Bochum | 10.08.2017 | 19:39  
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Peter Gross aus Bochum | 11.08.2017 | 17:49  
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Harald Martens aus Bochum | 14.08.2017 | 17:07  
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Peter Gross aus Bochum | 15.08.2017 | 14:18  
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Martina Janßen aus Hattingen | 18.08.2017 | 22:49  
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Peter Gross aus Bochum | 21.08.2017 | 16:39  
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Martina Janßen aus Hattingen | 21.08.2017 | 22:07  
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