Medien und Presse Kein Türkei-Deal zu Lasten von Frauenrechten

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Ulrike Laux Bundesvorstand IG BAU (Foto: IG BAU Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 07.03.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agar-Umwelt (IG BAU) ruft zum internationalen Frauentag zur weltweiten Solidarität mit Frauen auf. Insbesondere verurteilt die IG BAU die gewaltsame Auflösung von Demonstrationen für Frauenrechte in der Türkei. "Es ist kaum auszuhalten, mitansehen zu müssen wie Polizisten mit Gummigeschossen auf Frauen schießen, weil sie für ihre Rechte demonstrieren“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied Ulrike Laux.

„In Zusammenschau mit dem Vorgehen gegen die Tageszeitung Zaman und dem heute in Brüssel stattfindenden EU-Türkei-Gipfel drängt sich der Verdacht auf, dass die ultrakonservativen Kräfte in der Türkei die Abhängigkeit der EU von der Türkei in der Flüchtlingsfrage ausnutzen, um sanktionslos die Zeit in ihrem Land rückwärts zu drehen.

Die demokratischen Staaten Europas dürfen es nicht zulassen, dass Flüchtlingsrechte gegen Frauenrechte ausgespielt werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu auf dem Gipfel unmissverständlich klar machen, dass sich die EU nicht erpressen lässt“.

Die IG BAU macht sich für die gleiche Teilhabe von Frauen und Männern in Gesellschaft und Beruf stark. Unverzichtbare Voraussetzung dafür ist, dass Frauen sich organisieren, um selbst für den Wert ihrer Arbeit einzustehen und ihre Interessen durchzusetzen. Überall auf der Welt ist das Demonstrationsrecht dafür ein besonders wichtiges Mittel. Gleichzeitig fordert die IG BAU ebenso Männer auf, sich für eine partnerschaftliche Teilung aller Arbeit – dazu zählt ausdrücklich auch unbezahlte Arbeit – einzusetzen.

„Der Wille, Kriegsflüchtlingen zu helfen, ist Ausdruck der europäischen Werteordnung, deren Grundlage die Würde jedes Menschen darstellt. Es wäre deshalb vollkommen widersinnig die Rechte von Frauen oder der Pressefreiheit in der Türkei zu opfern, um im Gegenzug die Situation der Geflüchteten stabiler zu gestalten“, sagte Laux. „Die EU verlöre mit so einem Deal sämtliche Glaubwürdigkeit.“

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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