Nepal - die Erdgeschichte geht ohne Rücksicht weiter

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Nepal, ein Land auf dem Dach der Welt, in dessen Grenzgebiet zu China sich der majestätische Mt.Everest erhebt, der höchste Berg der Erde. Derzeit ist das arme Land aus anderem Grund weltweit in aller Munde - heimgesucht von einer furchtbaren Erdbebenkatastrophe. Zahlreiche Tote und unermessliches Leid, besonders in der Hauptstadt Kathmandu. Wie viel Tote es in den Bergdörfern gab, kann noch nicht beziffert werden. Eine zusammengebrochene Infrastruktur erschwert die weltweit organisierte Hilfe genauso wie eine Bestandsaufnahme. Die Zahl der Toten liegt schon jetzt bei weit über 4000 und wird noch weiter steigen. Es wird lange dauern, bis sich Nepal wieder erholt haben wird.

Bei allem Schrecken, bei allem Leid, bei allem Mitgefühl - kam die Katastrophe aus heiterem Himmel? Klare Antwort: Nein! Schon vor Jahren haben Wissenschaftler vorhergesagt, was jetzt passiert ist. Und Ähnliches wird wieder passieren, und nicht nur in Nepal.

Die Erde ist nun mal kein fester, abgekühlter Planet, wie er aus unserer Anschauung erscheint. Wir leben auf einer abgekühlten Erdkruste, wie auf der Schale eines Eis. Dabei ist diese Erdkruste sogar bruchstückhaft. Sie besteht aus kontinentalen und ozeanischen Platten, die auf einem heißen brodelndem Erdinneren schwimmen, sich aneinander vorbeischieben, sich voneinander entfernen oder gar kollidieren. Wer etwa das Dach der Welt mit Himalaya, Karakorum und anderen Gebirgen als Inneres einer solchen Platte annimmt, liegt völlig falsch. Denn gerade hier kollidiert seit Millionen Jahren die Platte des indischen Subkontinents mit der chinesischen Platte. Solches Aufeinandertreffen findet auch in anderen Regionen der Erde statt, wo sich allerdings zumeist eine Platte kaum merkbar unter die andere schiebt.

In der Region Nepal findet bereits seit langem ein Frontalzusammenstoß statt, wobei immer wieder Spannungen aufgebaut werden, die sich immer wieder durch Erdbeben lösen. Die Länge eines Menschenleben ist nur ein Wimpernschlag im Zuge dieser Entwicklung. Gerade der Zusammenstoß beider Platten - jährlich eine Bewegung von wenigen Zentimetern - ist verantwortlich für das Dach der Welt. Ähnlich einer Tischdecke, die zusammengedrückt wird, sind in Zentralasien mächtige Faltengebirge entstanden. Nicht von ungefähr findet sich der höchste Berg der Erde im Himalaya.

Auf der Erde existieren ausgeprägte Erdbebenzonen, die ihre Ursachen in der Plattentektonik haben. Und diese kritischen Zonen decken sich zumeist mit den Zonen erhöhter vulkanischer Tätigkeit. Und Katastrophenmeldungen mit vielen Toten wird es mit Sicherheit weiterhin geben. Die Natur, eben auch die unbelebte Natur, geht ihren Weg, und sie wird keine Rücksicht nehmen auf Ballungszentren der Spezies Mensch. Nur wann es so weit ist, kann man langfristig nicht prognostizieren. Aber irgendwann, wenn auch vielleicht nicht während unserer Lebenszeit, werden Städte wie San Francisco durch fürchterliche Erdbeben oder Städte wie Neapel durch fürchterliche Vulkanausbrüche heimgesucht werden.

Für den Moment gilt es aber, den Menschen in Nepal zu helfen. Und dazu haben sich auch Menschen aus dem Ruhrgebiet auf den Weg gemacht, neben den Menschen der großen Hilfsorganisationen z.B. auch die Duisburger Hilfsorganisation I.S.A.R. mit einem fünfzigköpfigen Team. Danke.
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