Ortstermin "Tauchkasten" : Oberbürgermeister Sören Link informiert sich zum Baufortschritt um Dammbalkenverschluss

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Fotos: Angelika Barth
  Duisburg: Duisburg | Am Marientor wird seit Juni ein sogenannter „Dammbalkenverschluss“ als zusätzlicher Schutz vor Hochwasser errichtet. Oberbürgermeister Sören Link informierte sich vor Ort über den Baufortschritt.

Ein „Tauchkasten“ – fünf Meter tief unter dem Wasserspiegel: Der Ortstermin am Marientor ist eine kleine sportliche Herausforderung. Die erste Etappe der Kletterpartie in der Hafendurchfahrt führt auf schmalen Leitern eines Baugerüsts zunächst auf Höhe des Wasserspiegels. Dort eine erste Orientierung: Wo befindet sich das Sperrtor, wo wird der Verschluss aus Dammbalken platziert? Dann geht es weiter bis neun Meter tief zur Hafensohle. Das ist schon eindrucksvoll. Sägen kreischen, Beton wird geschnitten. Auf dem Boden des 7,70 Meter hohen Tauchkastens schimmert eine Wasserpfütze, einige Fische haben sich beim Platzieren des Stahl-„Käfigs“ hinein verirrt. Muscheln kleben an den Metallwänden. Hier erläutert Wolfgang Graf-Schreiber, Projektleiter der Wirtschaftsbetriebe Duisburg, technische Details zum Bau-Geschehen: „Mit den Tauchkästen haben wir wasserfreie Zonen geschaffen, damit wir trockenen Fußes bohren, fräsen und schweißen können.“ Im Boden erkennt man eine Metallleiste. Graf-Schreiber erläutert: „Das ist die sogenannte Fussschiene, die fest einbetoniert bleibt. Auf dieser Schiene werden die 13 Dammbalken aufgesetzt.“ Die tonnenschweren Stahlbalken sollen dort als zusätzlicher Schutz bei drohendem Hochwasser - falls das Sperrtor „dicht läuft“ - platziert werden. Hierfür müssen auch Bohrungen bis zu zwei Meter tief in die Wand vorgenommen werden. Oberbürgermeister Sören Link zeigt sich beeindruckt vom Arbeitsplatz fünf Meter tief unter der Wasseroberfläche: „Die Kollegen machen hier eine anspruchsvolle Tätigkeit. Wenn man hier steht, merkt man, worüber man spricht.“

Hochwasserwelle: drei Tage Vorlaufzeit


Die 16 Meter langen Dammbalken werden künftig am Ufer neben dem Marientor lagern und können rechtzeitig durch einen Kran platziert werden, denn: „Eine Hochwasserwelle kündige sich mit etwa drei Tagen Vorlaufzeit an“, weiß Graf-Schreiber. Letztmalig musste das Sperrtor über Karneval geschlossen werden und im Sommer beinahe. Graf-Schreiber erklärt: „Das Sperrtor schließt ab sieben Meter Wasserhöhe oder bei der Prognose, dass der Wasserspiegel über acht Meter (Pegel Ruhrort) steigt.“ Versagt das in die Jahre gekommene, 87 Jahre alte Sperrtor, bieten künftig die Dammbalken, die übereinander platziert eine Höhe von 17 Metern ergeben, zusätzlichen Schutz.

Die Arbeiten liegen im Zeitplan. Am 11. November wird alles fertig sein. OB Link: „Die letzten Jahre sind wir zum Glück vor Hochwasser verschont geblieben. Das war auch gut so, denn wir hatten bislang nur einen Notfallmechanismus für die gesamte Innenstadt: Bei drohendem Hochwasser war das Sperrtor der einzige Schutz.“ Während das alte Sperrtor nun technisch auf den neuesten Stand gebracht wird, hat man mit dem Dammbalkenverschluss einen Zeitgewinn, um ein neues Sperrtor bauen zu können. „Die Kosten für den Dammbalkenverschluss, von denen das Land 80 Prozent trägt, werden mit 1,75 Millionen Euro deutlich niedriger liegen, als zuvor von uns veranschlagt“, freut sich Wolfgang Graf-Schreiber. Zum Ausfall für die Schifffahrt - während der Bauarbeiten muss die Ein- und Ausfahrt ruhen - sagt er: „Wir werden versuchen, Entschädigungszahlungen über das Landesumweltministerium geltend zu machen.“

Info:

Für den Bau des Dammbalkenverschlusses konnte sich bei einem Ausschreibungsverfahren eine österreichische, auf Schleusenbau spezialisierte Firma mit herausragenden Referenzen durchsetzen.
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