Renovierung Lehmbruck-Museum

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Duisburg: Lehmbruck Museum | "Das Lehmbruck Museum in Duisburg zeichnet sich durch eine in Europa singuläre Sammlung internationaler Skulptur der Moderne und eine international hoch geachtete Gemäldesammlung des Expressionismus mit seinem Umfeld und seinen Folgen aus – und das in einer einzigartiger Kombination mit einer herausragenden Museumsarchitektur, einem
Skulpturenpark sowie einem groß angelegten Skulpturenprogramm im umliegenden Stadtraum. Das seit 2000 als Stiftung geführte Museum ist aus einem 1905 initiierten Bürgeraufruf, dem Museumsverein und dem 1931 konstituierten städtischen Kunstmuseum hervorgegangen.

Der seit 12. April 2000 unter Denkmalschutz stehende Museumsbau wurde in vier Teilen und zwei Phasen (1964, 1987) errichtet, und zwar nach den Plänen von Manfred Lehmbruck bzw. der Architektengemeinschaft Lehmbruck/Hänsch. Der Skulpturenpark mit 40 oftmals ortspezifischen Werken besteht seit 1990. Auf 5000 qm Innenfläche begegnen sich – ausgehend vom Lebenswerk Wilhelm Lehmbrucks und der Kunst seiner Zeit – die Welt der Skulptur und die Skulptur der Welt.

An allen Gebäudeteilen des Wilhelm-Lehmbruck-Museums sind aufgrund von
Materialalterung und Änderungen von Bauvorschriften Sanierungsmaßnahmen notwendig. Zudem muss die rechtliche Verpflichtung zum Erhalt des Denkmals erfüllt werden. Fördermittel sind bei der Bundesregierung (Denkmalschutz-Sonderprogramm Nr. IV), bei der Bezirksregierung Düsseldorf und bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz beantragt.

2. Maßnahmenbeschreibung

2.1 Sanierung Lehmbruck-Flügel (geplante Ausführung in 2013)

Die Flachdachabdichtung ist undicht und das hölzerne Dachtragwerk morsch sowie mit einem PCB-haltigen Anstrich versehen. Die Dachaufbauten (Wintergärten, Streiflichter und Lichtkuppeln) entsprechen dem Stand der 60iger Jahre. Auf den Glasscheiben der Dachaufbauten bildet sich in hohem Maß Kondensat. Die Attikabekleidung ist asbesthaltig (Eternitplatten). Das komplette Dach und die Dachaufbauten inkl. Blitzschutz sollen erneuert
werden.

Schäden an den, das Dach durchdringenden, Betonscheiben sollen in diesem Zuge mitbehoben werden.

Die einbetonierten Regenfallrohre sind mindestens an einer Stelle ins Gebäudeinnere durchgerostet und müssen saniert werden.

Die Stahlbeton-Unterkonstruktion der Haupteingangstreppe ist aufgrund zu geringer Betonüberdeckung der Bewehrung stark geschädigt und soll erneuert werden.

Die Regelung der Lüftungsanlage inkl. Verteiler und der Kaltwassersatz müssen neu aufgebaut und die Lüftungskanäle gereinigt werden. Es soll ein neues Klimakonzept für das gesamte Museum mit dem Ziel Energieeinsparung erarbeitet werden.

Begleitend werden Maßnahmen aus dem aktuellen Brandschutzkonzept wie z.B. Austauschvon Türen in T30 RS, Einbau von Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA), Brandabschottung von Wanddurchbrüchen für Rohre und Kabel etc., umgesetzt und ein neues Konzept für die Feuerlöschleitungen erarbeitet.

2.2 Sanierung Ausstellungshalle (geplante Ausführung in 2014)

Die oberen Lagen der Flachdachabdichtung sind stark geschädigt und sollen inkl. innen liegender Regenentwässerung und Blitzschutz erneuert werden. Dämmung und Unterkonstruktion bleiben erhalten. Die außen liegenden Stahlrahmen, an denen das Dach abgehängt ist, müssen entrostet und neu beschichtet werden.

Die bereits demontierte Lichtdecke ist aufgrund von Materialalterung nicht mehr
verkehrssicher und wird denkmalgerecht erneuert. Die Lüftungsanlage inkl. Verteiler und Klimageräte müssen erneuert und die Lüftungskanäle gereinigt werden. Der Schluckbrunnen ist zu sanieren. Die WC-Räume sollen modernisiert werden.

Begleitend werden Maßnahmen aus dem aktuellen Brandschutzkonzept umgesetzt.

2.3 Sanierung Anbau (geplante Ausführung in 2015)

Die auf dem Dach erhaltenen Sockel der bereits demontierten Lichtkuppeln sollen entfernt werden, da sich dort Pflanzen ansiedeln und die Dachabdichtung beschädigen. Aus Gründen der Unfallverhütung muss die Dachfläche für Wartungsarbeiten zugängig gemacht werden. Die Regelung der Lüftungsanlage inkl. Verteiler muss neu aufgebaut werden. Die WC-Räume sollen modernisiert werden. Begleitend werden Auflagen aus dem aktuellen Brandschutzkonzept umgesetzt.

2.4 Betoninstandsetzung am Lehmbruckflügel und der Ausstellungshalle
(geplante Ausführung in 2016)

Die Stahlbeton-Außenwände sind mit einer Beschichtung versehen, die entfernt werden soll. Das vorhandene Rissbild und diverse Abplatzungen sollen ausgearbeitet werden. Darüber hinaus sind Instandsetzungsarbeiten an der Teichanlage notwendig.

Zur Entlastung des Eigenanteils an den Baukosten, wurden nachstehende Fördermittel beantragt:

1.) Der Bezirksregierung Düsseldorf wurde ein Antrag auf Gewährung einer Zuwendung aus dem Denkmalförderungsprogramm des Landes NRW über rd. 552.000 EURO vorgelegt. Nach aktueller Aussage des fachlich zuständigen Dezernates der Bezirksregierung Düsseldorf ist wegen der erheblichen Kürzung der kommunalen Fördermittel des Landes NRW davon auszugehen, dass die beantragte Landeszuwendung nicht bewilligt wird.

2.) Bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz in Bonn wurden Fördermittel in Höhe von 150.000 EURO beantragt. Gemäß Beschluss des Vorstands der Deutschen Stiftung Denkmalschutz werden 100.000 € Förderung gewährt.

3.) Für das Denkmalschutz-Sonderprogramm IV des Bundes wurde ein Antrag auf
Gewährung einer Zuwendung gestellt. Die Bundesförderung beträgt grundsätzlich bis zu 50 % der zuwendungsfähigen Ausgaben. Eine Förderzusage liegt aktuell noch nicht vor.

3. Zeitlicher Ablauf
Es ist geplant, unmittelbar nach der Beschlussfassung mit der Umsetzung des 1.
Bauabschnittes zu beginnen. Mit der Fertigstellung aller geplanten Bauabschnitte ist im Herbst 2016 zu rechnen. Bei der Aufstellung des Wirtschaftsplanes 2013 des Immobilien-Management Duisburg wurde von einer höchstmöglichen Förderung ausgegangen. Priorität in der Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen hat die Beachtung der Verkehrssicherungs- und Haftpflicht, die Umsetzung aktueller Brandschutzvorschriften und die Erhaltung der Gebäudesubstanz. Die zeitliche Umsetzung der Einzelmaßnahmen steht
damit unter dem Vorbehalt der noch nicht endgültig geklärten Fördermöglichkeiten," berichtet die Stadt Duisburg.

Die Renovierung des Museums soll rund 3,97 Millionen Euro kosten. Momentan durchläuft das Verfahren die politischen und sonstwie verantwortlichen Gremien.
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