Rußfilter für Bagger: Saubere Luft auf Baustellen in Duisburg und am Niederrhein

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Typisch „Dieselruß-Ross vom Bau“: der schwarze Bagger-Auspuff. Die Rußpartikel, die Baumaschinen herauspusten, sind krebserregend, warnt die IG BAU. Die Gesundheit von Bauarbeitern, aber auch von Anwohnern einer Baustelle stehe auf dem Spiel. Die Gewerkschaft fordert deshalb Rußpartikel-Filter für alle Maschinen mit Dieselmotoren auf dem Bau. (Foto: IG BAU)

Bauarbeiter haben doppelt so hohes Lungenkrebs-Risiko durch Dieselruß


Baustellen in Duisburg und am Niederrhein zur „rußfreien Zone“ machen: Egal, ob Bagger, Walze, oder Radlader – die „Dieselrösser vom Bau“ pusten kräftig Dreck heraus. „Das muss sich ändern. Denn Dieselabgase mit ihren Rußpartikeln sind krebserregend“, sagt Friedhelm Bierkant von der IG Bauen-Agrar-Umwelt in Duisburg. Er will einen deutlich besseren Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz erreichen. „Bauarbeiter stehen ständig in einer ‚Dieselabgas-Wolke’. Und sie haben keine andere Chance. Sie müssen den Dieselruß, den Baumaschinen aus dem Auspuff pusten, einatmen“, so Bierkant. Der Vorsitzende der IG BAU Duisburg-Niederrhein fordert deshalb eine generelle, bundesweite Pflicht, alle Baumaschinen mit Dieselpartikelfiltern auszurüsten. Dies müsse für Neufahrzeuge, aber auch für Maschinen, die bereits im Einsatz sind, gelten. An die Bauunternehmen in Duisburg und am Niederrhein appelliert die IG BAU, ihre Maschinen jetzt schon freiwillig mit Partikelfiltern nachzurüsten.

Anders als beim fahrenden Verkehr stünden Baumaschinen meistens längere Zeit am gleichen Ort. Dies führe dort zu einer hohen Konzentration von Rußpartikeln. Auch Anwohner einer Baustelle seien hiervon betroffen. „Die ultrafeinen Partikel der Dieselabgase sind für Herzkreislauferkrankungen mit verantwortlich. Schlaganfälle und Herzinfarkte sind die Folge. Darüber hinaus verursachen sie Atemwegskrankheiten und Allergien. Vor allem aber auch Krebs. Bauarbeiter leiden fast doppelt so häufig an Lungenkrebs und chronischen Lungenerkrankungen wie die Durchschnittsbevölkerung“, sagt Friedhelm Bierkant.

Die Luft im Umfeld von Baumaschinen, die keine Partikelfilter hätten, sei bis zu zwanzig Mal mehr mit gefährlichen Abgasen belastet. „Wer hier regelmäßig oder über einen längeren Zeitraum arbeitet, setzt seine Gesundheit aufs Spiel“, so Bierkant. Statt halbherziger Länderlösungen sei die Bundesregierung jetzt gefordert, eine einheitliche gesetzliche Dieselpartikelfilter-Pflicht nach dem Vorbild der Schweiz einzuführen. „Wir könnten saubere Luft auf den Baustellen haben. Die Bundesregierung muss sich nur entschließen, dafür zu sorgen“, so Bierkant. Der Bund habe die von Baggern, Radladern und Planierraupen ausgehende Gefahr lange Zeit einfach ignoriert. Dies müsse sich jetzt schleunigst ändern.
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