Sauberkeit braucht ihre Zeit

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Ulrike Laux IG BAU Bundesvorstand (Foto: IG BAU)

Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung ist ein Muss!


Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hält trotz des Widerstandes der Arbeitgeber an einem Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung fest. „Die Umsätze der Betriebe steigen stetig an. Immer mehr Reinigungsarbeit wird an private Gebäudereinigerunternehmen vergeben. Die Zahl der Beschäftigten steigt kaum an, ein klares Zeichen für Leistungsverdichtung“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux.

Im täglichen Arbeitsalltag müssen die Reinigungskräfte Neuaufträge mitmachen, oft ohne zusätzliche Zeit dafür. Die kalkulierte Reinigungszeit in den Objekten ist viel zu knapp, die Grenze der Belastbarkeit aus Sicht der IG BAU und Betriebsräten längst erreicht. Trotzdem wird vor und nach Tariferhöhungen und neuer Auftragsvergabe immer geprüft, ob nicht noch mehr Zeit einzusparen ist.

„Sauberkeit und Qualität sind wichtig und notwendig, hier tragen auch die Kunden Verantwortung. Sie zwingen zusätzlich die Unternehmen an der Zeitschraube zu drehen, mit dem einzigen Ziel, immer mehr Geld einzusparen. Dies geht zu Lasten der Beschäftigten. Sauberkeit braucht ihre Zeit - zur Reinigung schmutziger Flugzeuge, Hygiene in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Kindergärten. Deshalb müssen wir jetzt einen Tarifvertrag verhandeln“, sagte Laux.

Der Vorschlag der Gewerkschaft für einen Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung beinhaltet konkrete Punkte, die zur Entlastung bei den Reinigungskräften führen.

> Keine Kürzung der Arbeitszeiten und/oder Reviererweiterungen vor oder nach Tariferhöhungen!
> Der Quadratmeter-Leistung Grenzen setzen!
> Maßnahmen zum Gesundheitsschutz!
> Einarbeitungszeiten festschreiben!
> Weiterbildung für Reinigungskräfte, Vorarbeiter/innen vor Ort!

Die Gewerkschaft will auch die Betriebsräte ins Boot holen, dazu eine Regelung im Tarifvertrag festschreiben, um die Umsetzung der Maßnahmen zu unterstützen. Die derzeitige Mitbestimmung der Betriebsräte reicht dafür nicht aus.

„Tarifverträge sind das beste Mittel, Probleme in der Branche zu lösen, Leistungsverdichtung ist ein großes Problem. Deshalb fordern wir die Arbeitgeber auf, am 10. September 2015 in der dritten Tarifverhandlung endlich einem Tarifvertrag zuzustimmen und mit uns die konkreten Inhalte festzuschreiben“, sagte Laux.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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