Sinkendes Rentenniveau zwingt Rentner zur Arbeit

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Robert Feiger Bundesvorsitzender (Vorstandsbereich Bundesvorsitzender) (Foto: IG BAU Alexander Paul Englert)
Frankfurt am Main, 31.08.2016
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) fordert, den Trend hin zu sozialem Abstieg im Alter zu stoppen. „Die aktuellen Zahlen von Rentnern mit Minijob sind ein klares Warnsignal, das die Rentenpolitik in die falsche Richtung läuft. Immer mehr Ältere müssen arbeiten, um ihren Lebensstandard zu sichern.

Wer wenig Rente hat und das nicht schafft, dem droht das soziale Abseits“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger. „Der politisch gewollte Sinkflug des gesetzlichen Rentenniveaus muss dringend gestoppt werden, und wir brauchen flexible Übergänge aus dem Erwerbsleben für Beschäftigte, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Darüber hinaus fordern wir langfristig ein wieder steigendes Rentenniveau.“

Laut Bundesarbeitsministerium arbeiten inzwischen fast eine Million Rentner in einem Minijob. Während sich die Zahl der Minijobber insgesamt verringert, steigt sie bei Menschen im Alter von 65 Jahren und älter. Die Entwicklung ist dabei kein Zeichen von mehr Fitness der Senioren, sondern Ausdruck materieller Not, wie eine Umfrage der IG BAU zum Thema „Arbeiten im Alter“ bereits im vergangenen Jahr ergab. Von den befragten Mitgliedern ab 63 gab jeder Dritte erwerbstätige Rentner an, arbeiten zu müssen, weil die Rente nicht für den Lebensunterhalt reicht. Insgesamt 40 Prozent sind danach berufstätig, weil sie sonst ihren Lebensstandard nicht halten können (Mehrfachnennung war möglich).

„Völlig abgehängt sind diejenigen, die es nicht schaffen, sich etwas dazu zu verdienen“, sagte Feiger. „Sie sind die größten Verlierer einer verfehlten Rentenpolitik. Trotz jahrzehntelanger Arbeit rutschen sie in die Grundsicherung.“ Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Zahl der Grundsicherungsempfänger im Alter von 258 000 Ende 2003 auf 536 000 Ende vergangenen Jahres mehr als verdoppelt.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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