Tag der deutschen Einheit: Lohnschere zwischen Ost und West schließt sich

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Robert Feiger Vorsitzenden IG Bauen Agrar Umwelt (Foto: IG BAU)
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zieht 25 Jahre nach der Wiedervereinigung eine gemischte Bilanz des Einigungsprozesses. Gleichzeitig sieht die IG BAU positive Zeichen für die weitere Angleichung von Ost- und Westdeutschland. „Ein Vierteljahrhundert hat nicht ausgereicht, um die Löhne und Arbeitsbedingungen in Ost und West flächendeckend anzugleichen. Das haben wir uns deutlich schneller vorgestellt und es braucht noch einige Anstrengungen, bis die Unterschiede zu hundert Prozent aufgehoben sind“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Dennoch darf man die Erfolge nicht gering schätzen. Mit etwas Abstand wird in der Rückschau auf die vergangenen 25 Jahre deutlich, welchen Weg wir schon zurückgelegt haben. In unseren Branchen sind Löhne und tarifliche Mindestlöhne stetig angeglichen worden. In manchen Branchen wie bei den Dachdeckern, Gerüstbauern oder der Industriellen Dienstleistung ist die Lohngleichheit bereits erreicht.

Andere Branchen wie das Bauhauptgewerbe oder Steinmetze haben die Angleichung für 2017 festgeschrieben. Im Agrarsektor gibt es bei den niedrigsten Löhnen ab 2017 keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West, und im Gebäudereiniger-Handwerk haben wir eine Vereinbarung erzielt, spätestens 2019 die Lohnschere zu schließen.“

Auch beim Thema faire Arbeit ist die IG BAU optimistisch, dass sich die Bedingungen in Ost- und Westdeutschland endgültig angleichen. Am Bau gelten schon seit Jahren gleiche Rahmenbedingungen wie etwa für Arbeitszeit, Urlaubstage und Urlaubsgeld. „Die jungen Menschen sind sich bewusst, dass sie gesuchte Fachkräfte sind. Sie entscheiden bei der Wahl der Arbeitgeber nicht nur nach Lohnhöhe, sondern auch nach Arbeitszeit oder Mitbestimmungsmöglichkeiten“, sagte Feiger. „Den Betrieben wird das immer stärker bewusst und sie steuern um.

So konnte die IG BAU jüngst in der Floristik Ost die wöchentliche Arbeitszeit von 41 Stunden auf die bereits im Tarifgebiet West geltenden 39 Stunden angleichen. Das bestärkt meine Hoffnung, dass wir in den kommenden Jahren in ganz Deutschland faire Arbeitsbedingungen erreichen und die soziale Einheit schaffen.“
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