Tarifverhandlungen für Maler und Lackierer abgebrochen

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Dietmar Schäfers, Stellvertretender Bundesvorsitzender IG BAU (Foto: IG BAU Paul Schimweg)

Tarifrunde für das Maler- und Lackiererhandwerk

Frankfurt am Main, 03.06.2016
Erstmals in der diesjährigen Lohnrunde wurden Tarifgespräche abgebrochen. Die Tarifverhandlungen für die rund 140 000 Maler und Lackierer in Deutschland sind heute Nachmittag (für die Red.: Freitag, 3. Juni 2016) damit so gut wie gescheitert. In der bereits dritten Runde waren die Arbeitgeber nicht bereit, ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Verhandlungen daraufhin abgebrochen, und die IG BAU-Tarifkommission empfiehlt nun dem IG BAU-Bundesvorstand, das Scheitern zu erklären.

„Eine solche Sturheit wie in dieser Tarifrunde habe ich noch nicht erlebt. Die Arbeitgeber haben Aufträge ohne Ende. Der Bau und die damit verbundenen Gewerke boomen, es gibt alle Hände voll zu tun und die Beschäftigten sollen quasi leer ausgehen? Das ist nicht nur gegenüber den Fachkräften respektlos, es ist auch dumm. Schließlich überlegt sich jeder Schüler, wo er seine Ausbildung startet. Wer aber so mit Beschäftigten umgeht wie die Arbeitgeber jetzt, braucht sich nicht einzubilden, dass sich noch viele junge Menschen für das Maler- und Lackiererhandwerk interessieren“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Die Vorstellungen der Arbeitgeber fallen völlig aus der Zeit. Am Bau und in anderen Branchen haben wir Einkommenszuwächse von mehr als dem Doppelten ihres Angebots. Das mickrige Plus von einem Prozent, was die Arbeitgeber nur zahlen wollen, koppelt Maler und Lackierer noch stärker von dem allgemeinen Lohnzuwachs in Deutschland ab. So soll wohl die einst stolze Branche zum Billigheimer der Nation gemacht werden. Wer derart handelt wie die Arbeitgeber, kann eigentlich nur vollkommen verblendet sein. Sie zeigen null Verantwortung und null Gestaltungswillen. Auf diese Weise organisieren sich die Arbeitgeber ihr eigenes branchenpolitisches Waterloo!“
Die IG BAU hat ein Plus von 5,9 Prozent für zwölf Monate gefordert. Der 24. und 31. Dezember sollen bei vollen Bezügen arbeitsfrei sein. Die Ostlöhne sollen schrittweise an die Westlöhne angepasst werden. Die Arbeitgeber wollen dagegen für 24 Monate abschließen und bieten wie schon in der zweiten Gesprächsrunde pro Jahr nur ein Plus von gerade einmal einem Prozent an. In den Verhandlungen war die IG BAU den Arbeitgebern bereits deutlich entgegen gekommen.
Die Tarifparteien der Branche haben eine Schlichtungsordnung, wonach bei einem Scheitern die Schlichtung vorgeschrieben ist. Innerhalb dieser Zeit von gut drei Wochen gilt die Friedenspflicht.


Frankfurt am Main, 03.06.2016
Erstmals in der diesjährigen Lohnrunde wurden Tarifgespräche abgebrochen. Die Tarifverhandlungen für die rund 140 000 Maler und Lackierer in Deutschland sind heute Nachmittag (für die Red.: Freitag, 3. Juni 2016) damit so gut wie gescheitert. In der bereits dritten Runde waren die Arbeitgeber nicht bereit, ein verhandlungsfähiges Angebot zu machen. Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat die Verhandlungen daraufhin abgebrochen, und die IG BAU-Tarifkommission empfiehlt nun dem IG BAU-Bundesvorstand, das Scheitern zu erklären.

„Eine solche Sturheit wie in dieser Tarifrunde habe ich noch nicht erlebt. Die Arbeitgeber haben Aufträge ohne Ende. Der Bau und die damit verbundenen Gewerke boomen, es gibt alle Hände voll zu tun und die Beschäftigten sollen quasi leer ausgehen? Das ist nicht nur gegenüber den Fachkräften respektlos, es ist auch dumm. Schließlich überlegt sich jeder Schüler, wo er seine Ausbildung startet. Wer aber so mit Beschäftigten umgeht wie die Arbeitgeber jetzt, braucht sich nicht einzubilden, dass sich noch viele junge Menschen für das Maler- und Lackiererhandwerk interessieren“, sagte der Stellvertretende IG BAU-Bundesvorsitzende und Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. „Die Vorstellungen der Arbeitgeber fallen völlig aus der Zeit. Am Bau und in anderen Branchen haben wir Einkommenszuwächse von mehr als dem Doppelten ihres Angebots. Das mickrige Plus von einem Prozent, was die Arbeitgeber nur zahlen wollen, koppelt Maler und Lackierer noch stärker von dem allgemeinen Lohnzuwachs in Deutschland ab. So soll wohl die einst stolze Branche zum Billigheimer der Nation gemacht werden. Wer derart handelt wie die Arbeitgeber, kann eigentlich nur vollkommen verblendet sein. Sie zeigen null Verantwortung und null Gestaltungswillen. Auf diese Weise organisieren sich die Arbeitgeber ihr eigenes branchenpolitisches Waterloo!“
Die IG BAU hat ein Plus von 5,9 Prozent für zwölf Monate gefordert. Der 24. und 31. Dezember sollen bei vollen Bezügen arbeitsfrei sein. Die Ostlöhne sollen schrittweise an die Westlöhne angepasst werden. Die Arbeitgeber wollen dagegen für 24 Monate abschließen und bieten wie schon in der zweiten Gesprächsrunde pro Jahr nur ein Plus von gerade einmal einem Prozent an. In den Verhandlungen war die IG BAU den Arbeitgebern bereits deutlich entgegen gekommen.

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