Verhandlungen für die Gebäudereinigung ohne Ergebnis vertagt

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Ulrike Laux IG BAU Bundesvorstand (Foto: IG BAU)
Essen, 13.10.2015
Ohne Ergebnis endete die vierte Tarifrunde für das Gebäudereiniger-Handwerk. Nach rund zehn Stunden dauernden, zähen Verhandlungen trennten sich die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks ohne eine Einigung für die rund 600 000 Beschäftigten der Branche zu erzielen.

Begleitet wurde die Verhandlung von einer Demonstration gegen das Turbo-Putzen. Mehr als 500 Teilnehmer zogen lautstark mit Transparenten und zu Trommeln umfunktionierten Putzeimern durch die Essener Innenstadt vor das Verhandlungslokal.

Erstmals in Deutschland fordert die IG BAU einen Tarifvertrag gegen Leistungsverdichtung. „In der Praxis kommen Lohnerhöhungen bei den Beschäftigten kaum an. Sie müssen für das Lohnplus regelmäßig mehr arbeiten“, sagte IG BAU-Bundesvorstandsmitglied und Verhandlungsführerin Ulrike Laux. „Die ständige Erhöhung der Vorgaben ist nicht mehr zu schaffen. Wir brauchen eine verbindliche Regelung, die der Leistungsverdichtung Grenzen setzt.“ Entgegen der Verhandlungen in den ersten drei Terminen, konnte über dieses Thema in der vierten Verhandlungsrunde nicht gesprochen werden. Anders als zugesagt hatten die Arbeitgeber keinen Vorschlag unterbreitet, wie sie sich eine Umsetzung vorstellen können.

Gleichzeitig fordert die IG BAU ein Lohnplus von 80 Cent in der untersten Lohngruppe, die gleichzeitig tariflicher Mindestlohn ist und 6,4 Prozent für die übrigen Lohngruppen. Zusätzlich soll es einen deutlichen Schritt bei der Angleichung der Ost- an die Westlöhne geben, bei dem die bereits 2011 geschlossene Vereinbarung der vollständigen Lohngleichheit in ganz Deutschland bis 2019 realistisch erreichbar bleibt. Dieses Thema war in den Gesprächen ein wesentlicher Knackpunkt.

Geht es nach den Arbeitgebern wird es in dieser Tarifrunde keine weitere Angleichung geben. Das Angebot für ein Lohnplus vom September besserten die Arbeitgeber nur minimal nach. Für 14 Monate boten sie 1,79 Prozent im Westen und 2,01 Prozent im Osten an. Damit bliebe der Lohnabstand von 1,05 Euro bestehen. Die Arbeitgeber boten darüber hinaus in einem zweiten Schritt für zwölf Monate ab Januar 2017 ein Plus von 1,5 Prozent im Westen sowie 1,73 Prozent im Osten an. Auch dabei bliebe der Abstand von 1,05 Euro erhalten.

„Wir sind sehr enttäuscht von den Mini-Schritten der Arbeitgeber. Von ihrer Ankündigung, dass sie ein Ergebnis anstreben, war nichts zu spüren. Da hatten wir mehr Bewegung erwartet“, sagte Laux. „Bei der kommenden Verhandlungsrunde müssen die Arbeitgeber endlich konstruktive Vorschläge vorlegen, die uns insgesamt weiter bringen.“

Die fünfte Verhandlungsrunde findet am 29. Oktober 2015 in Frankfurt am Main statt.

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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