Wahlkampfthema Bildungspolitik

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Duisburg: NRW | Nur noch zwei Wochen bis zur Landtagswahl. Sein Ausgang ist ungewisser denn je, in die Umfragen ist mächtig Bewegung gekommen. Zünglein an der Waage könnten die kleineren Parteien sein. Die Grünen sehen sich in einem Umfragetief, die FDP scheint sich selbst am Schopf aus dem Sumpf der Bedeutungslosigkeit herauszuziehen und erhebt den Anspruch, wieder in der ersten Liga mitzuspielen, DIE LINKE, die für sich einen Wiedereinzug in den Landtag erhofft, schafft es kaum, die Aufmerksamkeit des Wählers mit landespolitischen Themen auf sich zu ziehen, die AfD, die inzwischen so viele Löcher in ihr Boot geschlagen hat, dass sie froh sein kann, nicht ganz unterzugehen, kommt als Koalitionspartner nicht in Frage.

Welche Themen werden die letzten beiden Wochen vor der Wahl dominieren, mit welchen Themen kann man die Wechselwähler bzw. die Unentschlossenen, deren Zahl im Vergleich zu früher beträchtlich geworden ist, auf seine Seite ziehen? Da ist zunächst natürlich die Sicherheit zu nennen. In jüngster Zeit rückt aber wieder die Bildungspolitik in den Fokus (von den Kitas bis hin zu den Hochschulen).

Deshalb sei hier ein Beitrag eingestellt, der bereits vor einem Monat erschienen ist.


Bildung in NRW - der Notstand wird verwaltet

In Duisburg einigen sich alle Grundschulen der Stadt auf einen Brandbrief, dass sie am Limit seien. Zu wenig Lehrer, zu wenig Räume, zu wenig ausgebildetes Personal für Zuwandererkinder.

G8, ein Jahr früher zum Abitur, auf Kosten des Freiraumes für Kinder und Jugendliche. Die Forderung nach einer Rückkehr zu G9, sehr laut.

Die Inklusion - tolles Projekt. Ordnen wir es einfach mal an. Die Schulen werden es schon richten. Dabei droht das Projekt, vor die Wand gefahren zu werden. Doppelbesetzung mit Regelschullehrern und Sonderschulpädagogen - weitgehend Fehlanzeige. Inklusion lebt derzeit vom Engagement idealistisch eingestellter Lehrer, denen der Systemmangel bekannt ist, unter dem sie auch leiden.

Einführung der Sekundarschule 2011 - Beginn des offiziellen Schulfriedens bis 2023. Die Sekundarschule wurde vielerorts instrumentalisiert, um die Realschulen abzuschaffen, so etwa in Duisburg, aber auch anderswo. Und wie viele kürzlich eingerichtete Sekundarschulen stehen wieder vor dem Aus? Aber da sind ja glücklicherweise noch die Abweisungen anderer Schulformen, durch die sie künstlich am Leben erhalten werden.

Heterogenität allenthalben, die Politik spricht von längerem gemeinsamen Lernen - politisch gewollt, aber ohne nennenswerte Erfolge.

Lehrer - sie verzweifeln nicht selten am System. Dabei wollen sie doch nur eins: Den Schülern möglichst viel beibringen.

Der Markt für Lehrer ist leergefegt. Schulen verschiedenster Schulformen sind auf die Reaktivierung pensionierter Lehrer angewiesen, Seiteneinsteiger ohne pädagogisch erforderliche Vorbildung werden herangezogen, aus Not wird auf Lehramtsstudenten zurückgegriffen, die schon während ihres Studiums als Lehrer eingesetzt werden. Ist die Zeit wieder reif für Mikätzchen?

Unterrichtsausfall allerorten.

Sitzenbleiber - politisch nicht erwünscht. Schulen kommen diesem Wunsch nach. Papier ist schließlich geduldig. So bekommen viele Schüler ihren Abschluss, aber: Betriebe beklagen die mangelnde Ausbildungsfähigkeit zahlreicher Bewerber, die Unis beklagen fundamentale Fähigkeiten, angefangen bei der Orthografie. Das kommt nicht von ungefähr.

NRW - in Studien immer wieder mäßige bis schlechte Noten in Sachen Bildung.

Dabei tut die Bildungspolitik des Landes doch alles Mögliche - oder vielleicht doch nicht?
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2 Kommentare
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Wolfgang Schroeder aus Iserlohn-Letmathe | 29.04.2017 | 16:19  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 30.04.2017 | 00:33  
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