Wir erwarten Lösungen für soziale Probleme

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Robert Feiger, Bundesvorsitzender IG BAU (Foto: IG BAU Alexander Paul Englert)

Jamaika-Sondierungen

Frankfurt am Main, 10.11.2017
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) beurteilt die Zwischenbilanz der Jamaika-Sondierungen skeptisch. „Für Arbeitnehmer haben die bisherigen Gespräche noch keinen Grund zur Euphorie geliefert. Was sozialpolitische Themen betrifft, ist das bisherige Ergebnis mehr als ausbaufähig. Für die gewaltigen sozialen und gesellschaftspolitischen Probleme fehlen konkrete Lösungsansätze“, sagte der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

„Beschäftigte wissen, ein Job-Boom ist allein noch keine Garantie für faire Arbeit. Sie wollen ein Bekenntnis der Jamaika-Sondierer zu gesetzlichen und zu tariflichen Mindestlöhnen. Viele treibt die Frage um, ob Minijob- und Niedriglohnsektor weiter ausgebaut werden und ob sie jemals eine Chance haben, aus Leiharbeit oder Kettenbefristungen in ein ordentliches Arbeitsverhältnis zu wechseln. Sie machen sich Sorgen über eine Änderung des Arbeitszeitgesetztes und wie sie Familie und Beruf unter einen Hut bekommen sollen.“

Einen weiteren Schwerpunkt sieht die IG BAU in der drohenden Wohnungsnot. Mieten zehren in vielen Regionen die Einkommen auf. Nicht allein in Metropolen fehlen bezahlbare Wohnungen, sondern längst auch Vielerorts auf dem Land.

„Der Mangel an Wohnraum belastet nicht nur die Menschen, er wird zunehmend zu einem Problem für Betriebe. Wo die Mieten so hoch sind, dass das Einkommen dafür nicht mehr reicht, finden Unternehmen keinen Nachwuchs“, sagte Feiger. „Mit einer Wohngelderhöhung wird kein dringend benötigter Wohnraum geschaffen. Der Staat muss Anreize schaffen, damit deutlich mehr bezahlbarer Wohnraum entsteht. Das wäre möglich, indem die steuerliche Abschreibung (AfA) dem realen Verschleiß angepasst und auf drei Prozent erhöht wird. Wo der Druck besonders hoch ist, helfen befristete Investitionszulagen oder Sonderabschreibungen, die mit einer Deckelung der Mieten kombiniert werden.“

Weitergabe Presseinfo der IG Bauen-Agrar-Umwelt
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