Womöglich werden wir noch viel mehr schaffen (müssen)?

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"Wir schaffen das." Der Satz des Jahres? Möglich.

Ein Satz, ein Anspruch an uns selbst, ein Anspruch, mit dem uns die meisten europäischen Länder im Regen stehen lassen. Die nächsten Jahre könnten nicht zuletzt deshalb für die EU Schicksalsjahre werden, in denen die Weichen für ein Auseinanderbrechen der Union gestellt werden.

In vielen Ländern der EU erhalten nationalistisch angehauchte Parteien ungeahnten Zulauf. Und wie schnell eine Umkehr von der europäischen Einigung gehen kann, sieht man an Polen. Es bleibt zu hoffen, dass andere osteuropäische Staaten hier kein Signal für sich sehen.
Ob das Vereinigte Königreich von Großbritannien sein Inseldenken durch einen Austritt aus der EU zementieren wird, muss man abwarten.
Podemos in Spanien will aus einer vermeintlichen Bevormundung durch Deutschland raus.
Und was aus Frankreich wird, sollten die Menschen dort Marine Le Pen mit ihrem Front National an die Macht bringen, ist ungewiss.

Und so weiter und so fort.

Und dann ist da noch die wirtschaftliche Schwäche Südeuropas. Man hat das Gefühl, gerade die südeuropäischen EU-Staaten sind unsichere Kantonisten der EU geworden.

Viele nationale Regierungen sind nicht mehr bereit, ihre nationalen Interessen gesamteuropäischen Interessen unterzuordnen. Von gesamteuropäischen Geld wollen sie aber weiterhin profitieren. Diese Rechnung kann aber nicht aufgehen.

Bricht Europa auseinander, dürften sich die wirtschaftlichen Disparitäten verschärfen. Historisch überwundene Animositäten zwischen einzelnen Staaten könnten eine Renaissance erleben. Vergessen scheint heutzutage die Grundidee der Nachkriegspioniere in Sachen europäische Einigung: Nie wieder Krieg.

Andererseits hat die europäische Einigung aber deutliche Spuren bei den Menschen hinterlassen. Deutsche, Italiener, Spanier, Griechen, Kroaten ... haben gezeigt, dass sie friedlich zusammenleben können. Wanderungsbewegungen haben eine Selbstverständlichkeit bekommen, entwickeln eine Eigendynamik. Und da wäre es nicht verwunderlich, wenn immer mehr Menschen in das wirtschaftsstarke Mitteleuropa, insbesondere in das wirtschaftsstarke Deutschland drängen würden.

Eine solche Migration insbesondere aus Südeuropa könnte durch den offensichtlichen Klimawandel forciert werden. Unsere Winter erinnern zunehmend an eine milde Jahreszeit, wie sie bislang im Winter für die Mittelmeerländer typisch war. Dort muss dagegen bei dem bisherigen Trend ein fortschreitendes subtropisches Steppenklima befürchtet werden. So wandert klimatische Ungunst allmählich von Süden übers Mittelmeer nach Norden und übt Druck auf die Menschen Südeuropas aus.

Die Vorstellung, dass aus politischen und klimatischen Gründen eine nachhaltige Migration aus Südeuropa nach Deutschland einsetzt und damit die Zuwanderungsproblematik durch Flüchtlinge noch verstärkt, ist nicht abwegig.

Und was wird dann aus dem Satz "Wir schaffen das"? Satz des Jahrzehnts, Satz des ... ?
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11 Kommentare
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Martina Janßen aus Hattingen | 28.12.2015 | 18:37  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 28.12.2015 | 20:26  
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Martina Janßen aus Hattingen | 29.12.2015 | 09:11  
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Martina Janßen aus Hattingen | 29.12.2015 | 11:13  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 29.12.2015 | 11:17  
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Martina Janßen aus Hattingen | 31.12.2015 | 00:25  
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Martina Janßen aus Hattingen | 05.01.2016 | 09:51  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 05.01.2016 | 13:03  
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Martina Janßen aus Hattingen | 05.01.2016 | 19:15  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 05.01.2016 | 21:38  
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Martina Janßen aus Hattingen | 05.01.2016 | 23:42  
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