Autofähre Walsum-Orsoy, der vermeintliche Geheimtipp im Verkehrschaos in und rund um Duisburg

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Die Autoschlange
Duisburg: Rheinberg | Hochbetrieb auf der Rheinfähre zwischen Orsoy auf Rheinberger und Walsum auf Duisburger Seite. Die Männer der Fährmannschaft haben alle Hände voll zu tun, die Autos möglichst zügig und raumsparend auf die Fähre zu dirigieren. Da, wo man im ungünstigen Fall 10-15 Minuten warten muss, bevor man auf die Fähre fahren kann, um in fünf Minuten ans gegenüberliegende Ufer gebracht zu werden, müssen sich die Autofahrer derzeit gedulden. Mitunter beträgt die Wartezeit in diesen Tagen mehr als eine Stunde. Auf Orsoyer Seite reicht die Autoschlange bis hin zum 500 m von der Anlegestelle entfernten Deichtor, wo viele Autofahrer, sobald sie der Schlange ansichtig werden, kehrtmachen, um einen schnelleren Weg über den Rhein zu finden.

Ihre Hoffnung ist dann die A42, die an der südlichen Peripherie DU-Baerls den Rhein zum gegenüberliegenden DU-Beeckerwerth überquert. Vor und auf dieser Beeckerwerther Brücke bis hin zum Autobahnkreuz Duisburg-Nord erwartet die Autofahrer allerdings auch nerviger Stau mit hohen Verspätungszeiten.

Auslöser für das Verkehrschaos ist die seit Mitte der Woche bestehende Totalsperrung der Neuenkamper Rheinbrücke, über welche die A40, im Ruhrgebiet als Ruhrschnellweg bekannt, den Rhein überquert. An der Brücke, die schon lange im Gerede ist, den 100.000 Autos, die täglich über die A40 den Rhein überqueren, statisch nicht mehr gewachsen zu sein, ist jetzt ein über 70 cm langer Riss in der Seilverankerung entdeckt worden. Aus Sicherheitsgründen wurde die Brücke deshalb auf unbestimmte Zeit gesperrt.

Und 100.000 Autos umzuleiten, unter ihnen auch viele Lkw, ist eine kaum stemmbare Aufgabe, auch wenn neben der einzigen alternativen Autobahnbrücke, der Beeckerwerther Brücke, noch drei weitere Brücken für den innerstädtischen Verkehr zur Verfügung stehen. Die allerdings führen zumeist in ein innerstädtisches Verkehrschaos, eine fürchterliche Situation nicht zuletzt für die zahlreichen Unternehmen des Logistik-Standortes Duisburg. Fürs Wochenende wird auch noch zu allem Elend aufgrund schon lange geplanter und nicht verschiebbarer Brückenarbeiten die wichtige über die Ruhr führende Karl-Lehr-Brücke gesperrt. Arme Autofahrer, ob Pkw- oder Lkw-Fahrer.

Dass sich in dieser Situation manch ein Pkw-Fahrer als Insider versteht und "siegessicher" in seiner Geheimtipp-Mentalität die Rheinfähre zwischen Rheinberg-Orsoy und Duisburg-Walsum anfährt, ist zwar nachvollziehbar, aber falsch. Die Menge der vermeintlichen Insider ist inzwischen einfach viel zu groß.

Der Fährmannschaft dürfte der Geheimtipp Rheinfähre recht sein.

Außerdem: Entspannter als mit der Rheinfähre kann man sich eine Rheinüberquerung kaum vorstellen.
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2 Kommentare
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Christian Tiemeßen aus Emmerich am Rhein | 04.08.2017 | 10:06  
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Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.08.2017 | 23:12  
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