"DAS oder DASS?" - ein häufiges Problem - eine Entschleierung könnte helfen

Anzeige
"DAS oder DASS?" - damit haben schon Schülergenerationen ihre leidlichen Schwierigkeiten gehabt. Die älteren LK-User kennen das noch als das "das oder daß?"-Problem. Wer die Unterscheidung von "das" und "dass" beherrscht, kann aufhören, den Beitrag zu lesen, und sich anderen Dingen zuwenden.

Es gibt Menschen, die mitunter selbst die Wunderwelt der Sprache anpreisen, allerdings bei der Frage "das oder dass?" kläglich versagen. Das ist bedauerlich, handelt es sich doch häufig, wenn auch nicht immer, um intelligente Menschen, die im Übrigen eigentlich kaum Probleme mit der deutschen Sprache haben. Mancher unter ihnen scheint sich zur Lösung durchgerungen zu haben, das Wörtchen "dass" für sich als nicht existent zu deklarieren. Das hat jedoch zur Folge, dass das geschriebene Wort an positivem Eindruck beim Leser einbüßt. Schämen braucht man sich jedoch nicht dafür, zumal so etwas, wie man so schön sagt, in den besten Familien passiert.

Dennoch ist eine Abhilfe wünschenswert. Deshalb folgende Hilfestellung:

Ob man "das" oder "dass" schreibt, ist kein orthographisches Problem, hat also nichts mit der Rechtschreibung zu tun, sondern ein grammatikalisches, bezieht sich also auf die Satzlehre.

1. Das Wörtchen "das" wird
a) als bestimmter Artikel (Geschlechtswort),
b) als Relativpronomen (bezügliches Fürwort) oder
c) als Demonstrativpronomen (hinweisendes Fürwort) benutzt.

Beispiele:

a) Das Verhalten im LK soll von Höflichkeit geprägt sein.
b) Ein Verhalten, das dem LK-Kodex nicht entspricht, zeugt gelegentlich von mangelnder Selbstdisziplin.
c) Er soll auch als Erwachsener stets brav sein, das hat seine Mutter ihm gesagt.

Dazu gibt es auch den schönen Merkspruch:

Das "s" im "das", es bleibt allein,
passt dieses, jenes, welches rein.


In allen anderen Fällen wird "dass" geschrieben. Aber was hat es nun mit diesem Wörtchen auf sich?

2. Das Wörtchen "dass" wird als Konjunktion, d.h. als Bindewort benutzt. Es leitet
a) einen Objektsatz (Objekt = Satzergänzung),
b) einen Subjektsatz (Subjekt = Satzgegenstand) oder
c) einen Attributsatz (Attribut = Beifügung) ein.

Beispiele:

a) Er baut darauf, dass seine willfährigen Anhängerinnen ihn unterstützen.
b) Dass er Niederlagen nicht ertragen kann, ist ihm bewusst.
c) Ihre Zusicherung, dass sie sehr betroffen sind, hält sie nicht von Provokationen und Blödeleien ab.

Ich hoffe, mit dem Beitrag etwas Klarheit in die vermeintliche Dunkelheit der deutschen Sprache gebracht zu haben.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
5 Kommentare
2.018
Theo Grunden aus Hamminkeln | 08.10.2015 | 14:20  
5.023
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.10.2015 | 16:20  
2.018
Theo Grunden aus Hamminkeln | 08.10.2015 | 18:06  
5.023
Helmut Feldhaus aus Rheinberg | 08.10.2015 | 23:17  
2.018
Theo Grunden aus Hamminkeln | 09.10.2015 | 11:14  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.