Hier war guter Rat nicht teuer: 2. WA-Gesundheitsdialog zum Thema Hand- und Fußerkrankungen

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Großer Andrang beim 2. Gesundheitsdialog des Wochen-Anzeigers. Zum Thema Fußerkrankungen informierte Dr. Carsten Raab (rechts), Chefarzt der Orthopädie am Helios Klinikum Duisburg.
 
Dr. Jörn Redeker, Chefarzt der Plastischen und Handchirurgie im Helios Klinikum Duisburg, bei seinem Vortrag zum Thema Handerkrankungen.
 
Dr. Jörn Redeker nahm sich ebenso wie sein Kollege Dr. Carsten Raab in der Kaffeepause und nach Vorträgen und Fragestunde Zeit für ganz persönliche Anliegen der Teilnehmer.
Duisburg: "Schiffchen" | Kaum war das Blatt in der Verteilung, meldeten sich schon die ersten Interessierten zum 2. Gesundheitsdialog des Duisburger Wochen-Anzeigers in Kooperation mit dem Helios Klinikum an. Thema: Hand- und Fußerkrankungen. Schnell waren 70 Anmeldungen für die Veranstaltung im Museumsrestaurant „Schiffchen“ gezählt. 30 und noch mehr Anrufe später hieß es dann: kaum noch ein Stuhl verfügbar.

So groß die Nachfrage beim Thema Hand- und Fußerkrankungen, so begehrt war der persönliche Rat der Helios-Experten Dr. Jörn Redeker, Chefarzt der Plastischen und Handchirurgie, und Dr. Carsten Raab, Chefarzt der Orthopädie. Beide nahmen sich nach ihren Vorträgen ausführlich Zeit, um teils ganz persönliche Fragen der Teilnehmer zu beantworten.

Hier die wichtigsten Fragen und Antworten


Welche Möglichkeiten gibt es, Arthrose in Hand und Fuß zu behandeln?

Die Therapie beim Gelenkverschleiß, der sogenannten Arthrose, zielt immer darauf ab, die Beschwerden zu lindern, die durch fortschreitenden Knorpelverlust zwischen den Knochen entstehen. Eine vollständige Heilung im eigentlichen Sinne gibt es nicht, da der Verschleiß mit dem Alter immer weiter fortschreitet.
Für Betroffene stehen aber verschiedene Optionen zur Verfügung: zunächst die konservative Vorgehensweise, dazu zählen physiotherapeutische Übungen, gezielte Bewegungsübungen, Medikamente oder der Einsatz von entlastenden Hilfsmitteln, wie etwa Einlagen oder Gehstützen.
Wenn die Arthrose allerdings schon zu weit fortgeschritten ist, hilft oft nur noch eine operative Versorgung. Ziel dabei ist es, die Fehlstellungen zu korrigieren beziehungsweise die Gelenke zu stabilisieren. Möglich sind aber auch Knorpel- oder Gelenkersatzverfahren, Gelenkversteifungen oder eine Glättung der aufgerauten Knorpeloberfläche, um die Schmerzursache auszuschalten. Die meisten Eingriffe lassen sich via Arthroskopie, also mit Hilfe einer schonenden Gelenkspiegelung, durchführen.

Was können die Ursachen von tauben Fingern sein?


Dieses Phänomen gehört, genau wie ein Brennen oder Kribbeln, zu den sogenannten Sensibilitätsstörungen. In vielen Fällen sind veränderte oder geschädigte Nervenreize der Auslöser, wie etwa beim sogenannten Karpaltunnel-Syndrom. Betroffenen schläft dann oft ein Teil der Finger ein, weil Gewebe im Bereich des Handgelenks auf Nervenbahnen drückt.
Für eine sichere Diagnose sollten Patienten die Nervenleitgeschwindigkeit beim Neurologen überprüfen lassen. Im Anschluss kann ein operativer Routineeingriff helfen.
Eine weitere Ursache können Durchblutungsstörungen, etwa bei Diabetespatienten oder Menschen mit Gefäßverengungen, sein. In manchen Fällen sind Taubheitsgefühle aber auch ein Alarmzeichen für schwerere Erkrankungen, etwa für einen Schlaganfall oder Verletzungen der Halswirbelsäule. Auch entzündliche Vorgänge im Körper, wie bei rheumatischen Erkrankungen, drücken sich zum Teil auf diese Weise aus.
Wenn die Störungen plötzlich und ohne Anlass auftreten, sie sehr ausgeprägt sind oder lange anhalten, sollten Betroffene einen Arzt aussuchen.

Was tun bei Missempfindungen (heiß, kalt) in den Füßen?

Kurzzeitig heiße oder kalte Füße zu haben, ist zunächst einmal nichts Ungewöhnliches, denn unser Körper reagiert auf den Einfluss der Außentemperatur. Ernster wird es, wenn die Empfindungen chronisch und ohne konkreten Anlass auftreten, Betroffene also dauerhaft darunter leiden.
Die Ursachen etwa bei heißen Füßen sind vielfältig, von entzündlichen Reaktionen über zu starke Durchblutung oder genetische Veranlagung, etwa zum Burning Feet Syndrom – verursacht durch Vitaminmangel oder veränderte Gefäße – und den sogenannten Restless Legs, bei dem die Beine auch im Schlaf nicht zur Ruhe kommen.
Bei kalten Füßen wiederum ist es etwas anders. Zunächst einmal liegt die Temperatur des Fußes bei allen Menschen mit rund 28° Grud grundsätzlich weit unter den in der Körpermitte üblichen 37° Grad, weil sie am weitesten vom versorgenden Herzen entfernt sind und die Gefäße sich nach unten stark verkleinern. Bei einem niedrigen Blutdruck werden sie daher manchmal nicht ausreichend versorgt. Meist reicht dann aber ein wenig Bewegung, um sie wieder zu erwärmen.
Doch es gibt auch ernstere Ursachen für dauerhaft kalte Füße: Nervenstörungen, das diabetische Fußsyndrom, bei dem sich die Gefäße verengen und zusätzlich die Nervenleitgeschwindigkeit gestört ist, Herzschwäche oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Betroffene sollten das bei einem Arzt sorgfältig abklären lassen.

Was ist die beste Therapie bei einem Fersensporn?

Der knöcherne Auswuchs an der Ferse, der durch Überlastung des Fußes entsteht, tritt meist bei Menschen im mittleren Lebensalter auf. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Übergewicht, steh- oder lauflastige Berufe, Fußfehlstellungen oder genetische Veranlagung.
Von selbst bildet sich der Fersensporn nicht zurück, daher sollte, wer Schmerzen hat, einen Arzt zu Rate ziehen. Zu Beginn lassen sich die Beschwerden, die meist durch die Entzündung um die Fehlstellung herum hervorgerufen werden, oftmals noch mit Einlagen oder bestimmten Übungen lindern. Auch das Kühlen der Füße kann helfen.
Wenn alle konservativen Methoden ausgeschöpft sind, ist zum Beispiel eine Strahlentherapie möglich, bei der die betroffene Stelle in kleinen Strahlendosen behandelt wird. Meist mit großem Erfolg: Ein Großteil der Patienten ist im Anschluss dauerhaft schmerzfrei. Nebenwirkungen oder Spätfolgen sind kaum bekannt. Wenn aber selbst diese Therapie nicht greift, kann in seltenen Fällen auch noch ein operativer Eingriff erfolgen.

Wie kann man Gelenkverschleiß vorbeugen?


=> Gelenkschonende Bewegung wie Schwimmen, Nordic Walking oder Fahrrad fahren (der Aufbau und die Erhaltung der Muskelkraft stützt die Gelenke im Alltag und erhält die Knorpelsubstanz)

=> Öfters mal dehnen, damit die stützenden Sehnen nicht verkürzen

=> Gelenkfehlstellungen ausgleichen (etwa durch Einlagen), um Fehlbelastungen zu vermeiden

=> Ausgewogene Ernährung, Alkohol und Nikotin möglichst meiden

=> Übergewicht reduzieren, um die Belastung der Gelenke zu reduzieren

=> Gezielte Übungen und Anwendungen für Hände und Füße unter physiotherapeutischer Anleitung (zum Beispiel Massagen, Gymnastik, Wärme- oder Kältebehandlung)


Text: Kathrin Unterberg / Sabine Justen, Fotos: Frank Preuß
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