Holzfällerstadt Duisburg - ein Ratgeber

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Die Duisburger Akzente befassen sich 2015 mit dem Thema Heimat.

Nicht wenige Duisburger sind glücklich über die grünen Akzente ihrer heimatlichen Industriestadt und daher umso besorgter darüber, dass die Kettensägen auch nach der Beseitigung der Pfingststurmschäden des letzten Jahres nicht verstummen wollen.

Die Fällung der Platanen gegenüber dem Hauptbahnhof ist zunächst mal ausgesetzt.


Sicher sind aber zwei Aspekte: die Stadt wird weiterhin den Kahlschlag wollen; die Baumschützer werden jeden einzelnen Stamm verteidigen.
Im Stadtgebiet stehen außerdem etliche andere Sägeaktionen an, die nicht den Beifall des gesamten Wahlvolks finden.

Da bietet sich ein Aufklärungs- und Informationsprogramm

nach dem „Brot & Spiele” - Verfahren an, wie es schon seit Jahrtausenden erfolgreich erprobt wird. Womöglich im Rahmen künftiger Duisburger Akzente unter dem Thema Holzfällerstadt Duisburg.
In Wedau, genauer "Im Licht", sollte die ultimative „Haus am See”-Party steigen. Peter Fox singt seinen Erfolgshit. Markus Lanz würde dazu die Stadtwette verkünden: „Wetten dass 20 Kinder nicht 100 Enkel mit Spitzhacken und Spaten zusammenbringen, die den zugesagten neuen Weg zum Seeufer bauen?” Wetten dass die Wedauer die Stadt binnen weniger Stunden von einer ungeliebten Selbstverpflichtung erlösen würden?
In Ungelsheim würde ein mittelalterliches „Drachentöter-Festival” gerade Familien mit Kindern ansprechen: St. Georg besiegt den Baumdrachen, Triumph des Guten über das Böse. Deutsche und britisch-gebildete Nachbarn verbindet die gemeinsame Idee: Reden, Singen, Spielen, Sägen, Parken: alles zweisprachig. Den Platz für die Fete bietet das ehemalige Minigolf-Gelände, das nur um einige unwesentliche Gestrüpprodungen erweitert werden müsste. Sagt doch schon das Sprichwort: „Die Eichen sollen weichen.”
Am Rhein böte sich das „Deichgrafen-Fest” an, z.B. mit der heiteren Posse „Papperlapapp – die Pappel muss ab”: bockige Naturschützer belehrt der Bürokratius-Kasper mit Zipfelmütze und Klatsche, dass die illegale Besiedlung von Deichkronen nicht verjährt, auch wenn die Bäume dies 80 Jahre lang trickreich verborgen gehalten haben.
Am Hauptbahnhof startet der Crash-Comedy-Wettbewerb „Da lach ich mir ´nen Ast”. Mit den Attraktionen „Fällturm für Mutige mit Perspektive”, Kettensägen für Anfänger und Fortgeschrittene unter dem Slogan „Duisburg baut mit Stump(h) und Stihl” (bringt finanzstarke Sponsoren in die Stadt!) und die supergeile Action „Bäume fällen im Minutentakt: Einmal als Timberjack im Harvester.”.
Zur kulturellen Begleitung evtl. eine alliterative Tanzperformance „Felling and Falling”. Dazu fällt unseren Duisburger Ballett-Künstlern sicher etwas Umwerfendes ein.
Zum Preis von 10 EUR können die Besucher dann Setzlinge erstehen für die Erlebnispflanzung „Zukunftswald Einundzwanzignullnull”.

Die Gastronomie fördert all diese Projekte mit lokalpatriotischen Angeboten.


Zum klassischen Holzfäller Steak kommt die Pizza Taglialegna mit Mini-Baumkrönchen aus Brokkoli-Röschen zum leckeren „Abholzen”; die „Rathaus-Gourmets” präsentieren das Baguette à la Menteur, extralang, auch als Pinocchio-Brötchen bekannt. Dem anspruchsvollen Feinschmecker munden sicher die Prophy-Lachse, in Balsamico für die Seele mariniert. Den rustikaleren Geschmack bedient die Shredder-Schale, gehäufte Pommes-Stäbchen, auf Wunsch auch mit feuriger Pellet-Sauce. Und die Süßschnäbel laben sich am „Büroriegel” aus einer Nuss-Nougat-Masse mit sahnigem Schokolade-Karamel-Überzug: man hat schwer dran zu kauen, aber dafür bleibt der bittersüße Nachgeschmack. Lecker, lecker, lecker: die „Milch der frommen Denkart”, von Stadträtinnen und -räten stihlecht ausgeschänkt in der Blockhaus-Bar- ehrenamtlich, versteht sich. Da wollen auch die Duisburger Zahnärzte nicht abseits stehen und bieten die spezielle Platanex-Wurzelbehandlung zum Sondertarif an.

Ich hoffe, hiermit einige wertvolle Anregungen gegeben zu haben und melde mich demnächst wieder mit einem Beitrag zum Thema „Himmelhoch und felsenfest zwischen Dachstein, Sterneck und Watzmann: ein Modellprojekt?”
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