Mehr Menschen mit psychischen Problemen suchen Hilfe

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Selbsthilfe-Unterstützung 2015/2016 in Duisburg

Wer in Duisburg Probleme hat, ruft nicht selten bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Duisburg an. „Vielen Menschen ist nicht klar, dass es bei uns in erster Linie um Selbsthilfegruppen geht. Sie rufen an, weil Sie ein Problem haben und vielleicht in den Gelben Seiten von unserer Einrichtung gelesen haben.“ sagt Anja Hoppermann, eine von zwei Halbtagskräften in der Fachberatung der Selbsthilfe-Kontaktstelle Duisburg. Daher verfügt die Einrichtung neben den Kontakten zu Duisburger Selbsthilfegruppen auch über eine lange Liste an professionellen Beratungsstellen, denn nicht immer ist Selbsthilfe das richtige Angebot. „Menschen, die z.B. in akuten psychischen Krisen sind, müssen professionell betreut und aufgefangen werden. Damit sind Selbsthilfegruppen, die ja nur aus Betroffenen bestehen, in der Regel überfordert.“ erklärt Heike Kehl-Herlyn, die zweite Fachkraft der Einrichtung.

Die Anfragen, gerade aus dem Bereich der psychischen Erkrankungen, haben einen großen Anteil am Beratungsalltag der beiden Fachkräfte. Im gerade veröffentlichten Jahresbericht für 2015 kann man lesen, dass 43% der Bürger, die Kontakt aufgenommen haben, mit psychischen Problemen kamen. Auf Platz zwei stehen die körperlichen Erkrankungen, denn die Kontaktstelle vermittelt z.B. auch in Gruppen der Deutschen Diabetes Hilfe, der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft oder der Deutschen Rheuma Liga. Aber auch soziale Themen (wie z.B. Stalking) oder Suchtgruppen stehen auf der Vermittlungsliste. Insgesamt 186 Gruppen hat die Kontaktstelle, die eine Einrichtung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes ist, in 2015 für Duisburg gelistet. Auch wenn die Zahl im Vergleich zum Vorjahr konstant geblieben ist, war doch Bewegung in der Szene. Einige Gruppen haben sich aufgelöst, andere wurden neu gegründet, wie z.B. die FAS-Pflegeeltern (hierbei handelt es sich um Pflegeeltern, deren Kind am Fetalen Alkoholsyndrom leiden, also an Folgen des Alkoholkonsums der leiblichen Eltern). Aber auch Gruppen zu Themen wie Speiseröhrenkrebs, Sucht oder Traumafolgestörung wurden gegründet. Insgesamt 12 Versuche Selbsthilfegruppen auf die Beine zu stellen gab es im Jahr 2015. Nicht alle haben Bestand, aber sieben davon existieren immer noch.

Neben der Hilfe bei Gruppenneugründungen und der Vermittlung von Interessierten in die Gruppen gehört auch die Unterstützung bestehender Gruppen zu dem Programm der Selbsthilfe-Kontaktstelle. So wurden im vergangenen Jahr zwei Austauschtreffen der Gruppen aus dem psychischen Bereich und zwei Sitzungen der Arbeitsgemeinschaft der Duisburger Selbsthilfegruppen organisiert. Eine Fortbildungsreihe für Selbsthilfe-Aktive fand großen Anklang, mit Info-Ständen auf Wochenmärkten und Veranstaltungen, Pressearbeit und einer neuen Ausstellung in Apotheken-Schaufenstern, wurde die Idee der Selbsthilfe an die Bürger gebracht.

Für das Jahr 2016 haben sich die Mitarbeiterinnen der Kontaktstelle auch wieder viel vorgenommen. Auf dem für den 18. Juni geplanten 9. Duisburger Selbsthilfetag werden die Bürger sich einen Eindruck von der Vielfalt der Selbsthilfegruppen in ihrer Stadt machen können. Im zweiten Halbjahr wird der zuletzt 2014 veröffentlichte Selbsthilfewegweiser, ein Heft mit Kurzbeschreibungen und Kontakten zu einem Großteil der Duisburger Gruppen, wieder neu aufgelegt. Mit den „Selbsthilfe-News“ geht ein neuer E-Mail Newsletter an den Start und im „Ingangsetzer-Projekt“ werden weitere Ehrenamtliche geschult, um neue Selbsthilfegruppen in der Anfangszeit zu unterstützen.

Weitere Informationen zu allen Selbsthilfegruppen in Duisburg gibt es bei der Selbsthilfe-Kontaktstelle Duisburg, Tel. 0203 6099041 oder unter www.duisburg.selbsthilfenetz.de.
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