Tatsachen liegen auf dem Tisch: GNS in Wanheim darf Atommüll nun „endlagerfähig“ aufbereiten

von Harald Landgraf

Die Bezirksregierung Düsseldorf teilt mit, dass sie der GNS Gesellschaft für Nuklear-Service mbH die atomrechtliche Genehmigung zur Änderung der Betriebsstätte im Duisburger Stadtteil Wanheim-Angerhausen zugestellt hat. Die Antragstellung erfolgte bereits im November 2009.

„Mit der Erweiterung kann die GNS nun unter anderem eine Anlage zur endlagerfähigen Konditionierung radioaktiver Abfälle in Betrieb nehmen, weitere Dekontaminations- und Zerlegeverfahren einführen und zusätzliche Materialien zur Rückführung in den Wirtschaftskreislauf zwischenlagern. Die bisher genehmigte Gesamt-Aktivität erhöht sich durch diese Änderungen nicht“, heißt es in der Mitteilung der Bezirksregierung.

„In dem aufwändigen Verfahren wurde festgestellt, dass der Betrieb alle gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte einhält und keine unzulässigen Strahlenexpositionen in der Umgebung auftreten“, lautet es weiter.
„Die für den Betrieb geltenden Genehmigungsauflagen wurden nochmals erweitert. Während des Verfahrens wurde auch festgestellt, dass eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht erforderlich ist. Da GNS alle Voraussetzungen erfüllte, war die Genehmigung zu erteilen.“
Duisburger Umweltschützer haben auf die Erteilung der Genehmigung bereits sehr verärgert reagiert.

Unlängst sorgte ein mit Atommüll beladener Schubverband im Naherholungsgebiet der Ruhr für große Aufregung, weil die Ladung nicht für Bürger ersichtlich als Atommüll gekennzeichnet war. Schon erschüttert diese Meldung die Antiatom-Aktivisten in Duisburg.

„Dies ist aus Sicht des Antiatom-Bündnisses-Niederrhein nicht hinnehmbar.“ Bislang sei immer nur von einem Antrag zur Hallensanierung gemäß baurechtlicher Bestimmungen die Rede gewesen. Die atomrechtliche Genehmigung ermögliche es der GNS, eine Anlage zur „endlagerfähigen Konditionierung von radioaktiven Materialien“ in Betrieb zu nehmen, erklärt Ciesla. Ferner können neue Be- und Verarbeitungsmöglichkeiten eingeführt werden. Was die Aktivisten erheblich irritiert ist die Aussage, das Ganze solle ohne Erweiterung der Betriebsaktivität erfolgen. „Wir bezweifeln, dass der Stadtverwaltung und der Öffentlichkeit der wahre Inhalt der Anträge und die hieraus folgenden Konsequenzen deutlich gemacht wurden“, meint Michael Zerkübel vom Antiatom-Bündnis-Niederrhein. „Hier wurde nicht mit offenen Karten gespielt.“

Baldur Airinger, unmittelbare Anwohnerin der GNS: „Dieses Verfahren an sich irritiert zutiefst und weckt weiteren Informationsbedarf. Es ist nicht nachzuvollziehen, wieso aus einer bislang baurechtlichen Angelegenheit nunmehr eine atomrechtliche wird.“
Die Antiatom-Aktivisten aus Duisburg fordern seit langem die Schließung der GNS.
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