Anschlusstreffer kam zu spät - Zebras verlieren gegen Nürnberg mit 2:1

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Es war ein klassischer Pokalfight, indem sich beide Teams nichts schenkten und um jeden Meter auf dem Platz kämpften (Foto: Frank Preuß)
 
Das Spiel verlangte beiden Mannschaften einges ab (Foto: Frank Preuß)
 
Simon Brandstetter tauchte des öfteren gefährlich vor dem Nürnberger Tor auf (Foto: Frank Preuß)
Duisburg: Schauinsland-Reisen-Arena | Nach einem tollen Pokalfight verlieren die Zebras mit 2:1 gegen den 1. FC Nürnberg. Zwei Gegentore nach Eckbällen in der ersten Halbzeit stellten die Weichen für die Nürnberger schon früh auf Sieg. Ein verwandelter Elfmeter in der Nachspielzeit durch Wolze brachte den MSV nochmal ran aber da war es schon zu spät gewesen

Trainer Gruev veränderte seine Startelf gegenüber dem Bochum Spiel auf zwei Positionen. Lukas Fröde war wieder dabei, Tugrul Erat durfte heute auch von Beginn an ran. Nico Klotz und Enis Hajri setzten sich dafür auf die Reservebank. Die Nürnberger sind als leichter Favorit in die Begegnung gegangen, aufgrund des besseren Ligastarts und der Erfahrungen aus den letzten Zweitligaspielzeiten.

Die Gastgeber gingen aber mutig ans Werk und versuchen Simon Brandstetter in Szene zu setzen. Beide Mannschaften zeigten direkt zu Beginn viel Kampf und gingen konsequent in die Zweikämpfe. In der 16. Minute riesen Chance zur Führung für den MSV. Brandstetter wurde hervorragend in Szene gesetzt, scheiterte mit seinem Schussversuch aber an Thorsten Kirschbaum im Nürnberger Tor.

Auf der anderen Seite köpft der Nürnberger Kapitän Hanno Behrens seine Mannschaft in Front. Nach einem Eckball in der 21. Minute landete der Ball im langen Eck und unhaltbar für Mark Flekken im Tor. Zu dem Zeitpunkt sicher überraschend, da die Meidericher mehr vom Spiel hatten. In der 23. Minute brachte Erat den Ball hoch rein, Brandstetter probierte es per Volleyabnahme, allerdings ging der Ball deutlich neben das Tor. Boris Tashchy probierte es in der 32. Minute aus der Distanz aber auch dieser Versuch ging drüber. Der MSV war weiter bemüht den Ausgleich zu erzielen, bisher fehlte nur die Präzision. Es blieb allerdings ein intensives Spiel, beide Teams kämpften um jeden Meter Raum und schenken sich nichts.

In der 41. Minute der nächste Schock für die Zebras. Der Ball landete nach einer Ecke wieder im Tor, diesmal war Georg Margreitter zur Stelle und erhöhte für die Nürnberger auf 2:0. Jetzt wurde es natürlich schwierig, Ilia Gruev musste in der Halbzeit die richtigen Worte finden um das Ruder noch herum zu reißen. Die Knapp 1100 Nürnberger Fans sangen in der Zwischenzeit „Berlin Berlin wir fahren nach Berlin.“ Der MSV spielte einen ansehnlichen Fußball, es fehlte aber an der nötigen Durchschlagskraft vorne.

Beide Trainer verzichteten in der Halbzeit auf Einwechslungen und vertrauten ihrer ersten Elf. Die Zebras mussten jetzt mehr investieren um den Rückstand noch aufzuholen. MSV Legende Ferry Schmidt betonte in der Halbzeit nochmal, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat und noch alles möglich ist. Die 15.576 Zuschauer sahen das ähnlich und unterstützen ihr Team nach Kräften.

In der 58. Minute wechselte Gruev das erste Mal, Simon Brandstetter ging aus dem Spiel, für ihn kam Kingsley Onuegbu. Der King sollte für mehr Gefahr sorgen und seinen bulligen Körper einsetzen. Nach einem Foul an Kevin Wolze im Strafraum der Nürnberger forderten die Zuschauer einen Elfmeter, Schiedsrichter Christian Dingert entschied aber auf Eckball. In der 63. Minute gab es aufgrund einer Verletzung von Kevin Möhwald eine Trinkpause für alle Spieler. Möhwald wurde in der 68. Minute ausgewechselt, für in spielte nun Lukas Jäger.

Die Zebras waren weiter präsent und erhöhten den Druck auf das Nürnberger Tor. Über die außen wurde der Ball ins Zentrum gespielt, allerdings ohne Erfolg. In der 71. Minute kam Andreas Wiegel für Cauly Oliveira Souza. Acht Minuten später nutzte Gruev seine letzte Wechseloption. Moritz Stoppelkamp ging aus dem Spiel, für ihn kam Stanislav Iljutcenko neu rein. Ein weiterer Stürmer um in der Schlussphase nochmal Gas zu geben. Gruev nahm Kapitän Wolze an der Seitenlinie zu sich und richtete deutliche Worte an ihn, weiter nach vorne zu spielen.

In der 85. Minute landete ein Schussversuch von Onuegbu am Lattenkreuz, das war die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer gewesen. Nürnberg spielt die Zeit jetzt clever runter und ging kein Risiko mehr ein. Nürnberg setzte sich am Ende durch und der MSV muss in der ersten Pokalrunde die Segel streichen. Fünf Minuten gab es als Nachspielzeit oben drauf. Einen Elfmeter für den MSV gab es dann noch und die Chance auf den Anschluss. Kapitän Kevin Wolze verwandelte diesen sicher zum 2:1 Anschlusstreffer. Ein sehr später Treffer aber in den letzten Sekunden wurde nochmal alles nach vorne geworfen. Jetzt wurde es nochmal ein richtiger Krimi in der Arena.

Die Fans standen alle von ihren Sitzen auf und gaben nochmal alles. Allerdings reichte es nicht mehr für die Verlängerung, der MSV musste sich mit 2:1 geschlagen geben. Nach Ecken wieder ein Spiel verloren. Gerrit Nauber merkte es nach dem Spiel nochmal an. „An den Eckbällen müssen wir noch arbeiten. Wir kriegen die Tore nach zwei Standards und das ist mehr als unglücklich und ärgerlich. Den ersten kriegen wir auf den kurzen Pfosten, den zweiten auf den langen Pfosten. Da sehen wir in beiden Situationen schlecht aus. Der Anschlusstreffer fiel dann auch zu spät, dass wir das Spiel noch hätten drehen könnten.“

Ilia Gruev wirkte trotz allem nicht Unzufrieden, auch wenn er auf die Gegentore nach Eckbällen sicher verzichtet hätte: „Ich denke jeder hat gesehen das wir unbedingt weiterkommen wollten, leider hat es nicht gereicht. Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen mit tollen Chancen. Was mich richtig ärgert, dass wir das Spiel nach Standards verloren haben. Beide Ecken waren aber auch überragend platziert und schwer zu verteidigen. Wir werden das analysieren und weiter daran arbeiten. In der zweiten Halbzeit haben wir weiter alles probiert und gefightet. Bis zur letzten Minute war es sehr spannend. Bin stolz auf unsere Fans, sie waren begeistert und haben uns nach dem Spiel gefeiert. Das bringt uns zwar nicht in die zweite Runde aber ich freue mich, dass die Zuschauer für uns da sind.“

Ein Erfolg hätte der klammen Kasse des MSV sicherlich gutgetan, so kann sich das Team jetzt voll und ganz auf die Mission Klassenerhalt konzentrieren. Am Samstag geht es schon weiter beim 1. FC Heidenheim. Dann soll es keine Gegentore mehr nach Ecken geben und vorne früher das Tor erzielt werden.

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