Das zweite Wochenende bringt den ersten Titel

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Kleinkaliber Sportgewehr, stehender Anschlag. In der Disziplin 100 Meter werden 30 Schuss absolviert - 30 mal 5 Kilo aufnehmen und ruhig halten.
 
Unterhebelrepertierer, hier auf der Anlage in der Sporthalle Krefelder Straße. Die ersten zwei 10er-Serien werden im stehenden, die dritte und vierte im knienden Anschlag absolviert. Schießkleidung und sonstige Hilfsmittel sind, mit Ausnahme der Schießbrille und der Kniendrolle, bei dieser Disziplin nicht zugelassen. Bis auf Kimme und Korn hat das Gewehr keine Visierung.

Der erste Bezirksmeister-Titel für den B.S.V. Rheinhausen-Bergheim 1925 e.V. ist da. Am Samstag, 28.02., setzte Daniela Breuer sich mit 270 Ringen (von 300) in der Disziplin Kleinkaliber Sportgewehr 100 Meter in der Damenklasse an die Spitze.

Ein nicht ganz selbstverständlicher Erfolg, denn 100-Meter-Stände sind rar. Im Kreis Moers haben die Sportschützen Rheurdt eine einzelne ihrer Kleinkaliber-Bahnen auf 100 Meter ausgebaut. Eine weitere Anlage in relativer Nähe mit vier Bahnen befindet sich bei den SF Tell St. Tönis (Kreis Krefeld), auf der auch die Bezirksmeisterschaften ausgetragen werden. Die Trainingsmöglichkeiten für diese Diszplin sind demnach für einen Großteil der Schützen im Kreis gleich Null, so auch für den BSV.

Ablauf und Anschlag des stehenden Schießens mit dem ca. 5 kg schweren Kleinkaliber-Gehwehr lassen sich gleichwohl auch auf der heimischen 50-Meter-Anlage in der Sporthalle Krefelder Straße trainieren, sind sie doch auch fester Bestandteil der Dreistellungskampfes. Die doppelte Distanz erfordert aber, trotz größerer Scheiben, eine Umstellung der Visierung, damit die Schüsse nicht unterhalb der Scheibenmitte landen. Und die kann zumindest in der Feinjustierung nur vor Ort während der begrenzten Zeit der Probeschüsse vorgenommen werden.

Als weitere Erschwernis kommt hinzu, dass sich die Anlage in St. Tönis im Freien befindet – kaum ein Verein kann sich auch nur eine 50-Meter-Anlage in einer Halle leisten. Über 100 Meter nehmen Windstöße einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Flugbahn des Bleiprojektils, die Februar-Kälte genügt, um das Feingefühl im Abzugsfinger zu beeinträchtigen und bei der Scheibenbeleuchtung hat die Sonne das letztes Wort. Im letzten Punkt hatte Daniela Breuer mit ihrer Startzeit Glück. Bei strahlendem Sonnenschein lag ihre Bahn die gesamte Schießzeit im Schatten, was für ideale Kontrastverhältnis zwischen dem Weißen und dem schwarzen Scheibenspiegel führte.

Pech hatte Breuer dagegen am Sonntag in Willich-Schiefbahn beim Unterhebelrepertierer Kaliber .22. Bei der sehr technik-reduzierten Disziplin wird mit Ansage auf Zeit geschossen. Für insgesamt acht Fünfer-Serien haben die Schützen jeweils 75 Sekunden. Zur Behebung von Problemen an der Waffe, bei Repertierern nicht selten, bleibt da nicht viel Zeit. Zwar ließ die 33 Jahre alte Winchester Mod. 250 ihre Besitzerin nicht im Stich, dafür löste gleich in der zweiten Serie eine Patrone nicht aus und wurde beim Repertieren ungenutzt ausgeworfen, so dass auf der ersten Scheibe ein Schuss fehlte und damit als 0 gewertet wurde. Einen weiteren Schuss in der letzten Serie schien auf dem ebenfalls offenen 50-Meter-Stand der Wind verweht zu haben.

So landete Breuer schließlich in der ansonsten von drei Krefelder Vereinen dominierten Herrenklasse (eine eigene Damenklasse gibt es in dieser Disziplin nicht) auf Platz 9 von 10, mit 306 nur einen Ring hinter der zweiten Damen in der Konkurrenz, Carolin Doll von den ebenfalls kreis-moersern SpSch Rheurdt.
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