Emil Jula bei seiner ersten Chance in der 10. Minute: Nach dem Laufduell mit dem Peruaner Zambrano verspringt ihm der Ball.WA-Foto: Hannes Kirchner
Die letzten beiden Partien gegen gefühlt schwächere Gegner hatte der MSV vergeigt. Klar, dass man ihm gegen den Tabellenvierten aus dem hohen Norden auch nicht viel zutraute. Immerhin gingen die Zebras im Freitagabendspiel in der Schauinsland-Reisen-Arena nicht chancenlos unter.
Die rund 12 000 Zuschauer sahen die erste Chance der Meidericher in der zehnten Minute. Emil Jula, der bei einem Konter steil geschickt wurde, lieferte sich ein Laufduell mit Pauli-Verteidiger Carlos Zambrano und kam aus neun Metern zum Schuss. Doch der Ball versprang ihm völlig. Der MSV startete insgesamt recht gut, sehr viel besser als in der Partie gegen Potsdam. Das zeigte Wirkung: St. Pauli kam aus dem Spiel heraus nicht zu Möglichkeiten.
In der 20. Minute war es ein umstrittener Freistoß, der St. Pauli in Führung brachte. Florian Bruns flankte scharf in den Fünfer, wo sich Fabian Boll frei lief und per Kopf verwandelte. Es war die einzige klare Chance für die Hamburger in der ersten Hälfte – und die nutzten sie professionell.
Das Reck-Team steckte dieses Mal nach dem Rückstand nicht auf und setzte das Spiel ambitioniert fort. Doch weder brachten die Freistöße von Kevin Wolze (Außennetz, 27.) oder Benjamin Kern (Abgepfiffen, 28.) etwas ein, noch schaffte es Wolze, eine Julaablage (33.) aus 14 Metern ins Tor zu hämmern. Das Spiel wurde insgesamt zerfahrener mit Vorteilen für die Hamburger, die ihre Führung geschickt verwalteten. Im Eckenverhältnis führten die Gäste 5:0. Das sagte alles.
Nach der Pause ließen die Kiezkicker keinen Zweifel daran, dass sie unbedingt drei Punkte mit nach Hause nehmen wollten, sie traten viel stärker auf. Mal verfehlte der Ex-Duisburger Schindler aus 14 Metern den MSV-Kasten knapp, mal prüfte Bruns Schlussmann Wiedwald.
Duisburg hätte schon höher zurück liegen können. Doch wie sooft in der zweiten Liga, wendete sich das Blatt erneut. Ab der 65. Minute hatte der MSV die besseren Spielanteile, holte zumindest einige Ecken heraus. Doch Ideenlosigkeit in der Offensive bestimmte das Spiel. Reck brachte in der 72. Minute zwei frische Stürmer: Zahorski für Brosinski und Baljak für Jula, die aber nicht wirklich neue Akzente setzen konnten. Auch St. Pauli war nicht mehr engagiert bei der Sache, stand tief in der eigenen Hälfte, verteidigte mit Leichtigkeit und abgeklärt die knappe Führung. So plätscherte die Partie dahin. Die letzten Chancen ergaben sich kurz vor Schluss. Der MSV übte wieder Druck aus. Baljak profitierte in der 87. Minute von einer missratenen Kopfballabwehr im Gästestrafraum, scheiterte aber aus sehr spitzem Winkel an Torwart Pliquett. Die anschließende Ecke brachte nichts ein. Der MSV verlor sein drittes Spiel in Folge, während Karlsruhe dreifach punktete. Der Keller rückt näher.
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