Herren 3 bekleckern sich gegen Wesel 2 nicht mit Ruhm

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Duisburg: TH Franz-Haniel-Gymnasium | Im Hinspiel sahen die Herren 3 der BG Duisburg-West gegen die Zweitvertretung des Weseler TV lange wie der sichere Sieger aus, bevor man das Spiel noch im letzten Viertel drehen konnte. Dies sollte sich nicht wiederholen, weshalb man insbesondere ein besonderes Auge auf den Dreierschützen der Gäste Rütten werfen wollte.

Aber offensichtlich hatten das nicht alle Westler verinnerlicht. Den kaum hatte das Spiel begonnen, netzte der Spieler der Gäste den ersten Dreier ein und ließ gleich noch weitere fünf Punkte zur 0:8 Führung der Wesler folgen. Im Gegensatz zum Hinspiel wachten nun aber die BGler früher auf und konnten umgehend unter anderem mit zwei Dreiern des Routeniers Udo Joosten zum 8:8 ausgleichen. Bis zum Ende des Viertels blieb die Partie heiß umkämpft und so endete das Viertel fast folgerichtig 20:20; ein erstes Viertel, in dem beide Verteidigungen es an der notwendigen Intensität vermissen ließen, was die jeweilige Offense des Gegners mit insgesamt sieben erfolgreichen Dreiern auszunutzen verstand.

Bis in die Schlussphase des zweiten Viertels änderte sich das Bild des Geschehens nicht. Konnte die eine Mannschaft sich mit einem kleinen Lauf einmal auf vier, fünf Punkte absetzen, antwortete der Gegner nahezu anschließend mit einem eigenen kleinen Lauf zum Ausgleich. Erst in den letzten zwei Minuten schien den Gästen ein wenig die Kraft auszugehen. Die Westler nutzten dies sofort aus und setzten sich mit einem 12:2 Lauf bis zur Halbzeit erstmals etwas deutlicher mit 41:32 ab.

Nach der Halbzeit waren die Weseler bestrebt, sich wieder ran zu kämpfen und konnten den Rückstand bis zur Mitte des Viertels auf 40:44 verkürzen. Hierbei kam den Gästen aber eine teils nachlässige, teils unkonzentrierte Spielweise der Westler zu Gute, die mehrfach den Ball durch unsaubere Pässe oder mangelnde Konzentration beim Abschluss den Weselern wieder überließen und so den einen oder anderen Punkt unnötig liegen ließen. Bevor aber die Gäste das Spiel drehen konnten, rissen sich die Duisburger wieder zusammen, erhöhten die Intensität in Defense wie in Offense und setzten sich mit einem weiteren 12:4 Lauf bis zum Viertelende auf 56:44 ab.

Als dann noch der Start ins Schlussviertel mit einem 7:0 Lauf zur 63:44 Führung gelang, sah alles nach dem Heimsieg der Westler aus. Aber war da nicht im Hinspiel etwas gewesen? Eine deutliche Führung der Gastgeber, die von den Gästen gedreht und in einen Auswärtssieg umgewandelt wurde? Die Weseler schienen sich wohl daran zu erinnern, stellten von Zone auf Mannverteidigung um und die BGler verloren prompt die Ruhe. Immer hektischeres Verhalten in der Offense führte zu einem Ballverlust nach dem nächsten; und jeder Fehler der Gastgeber wurde umgehend vom Gegner bestraft. Als den Duisburgern der nächste Feldkorb in der 36. Minute gelang, es sollte gleichzeitig der Letzte im Spiel bleiben, hatten die Weseler sich bereits auf 64:59 herangekämpft. Zwar konnten die Westler in der vorletzten Minute beim Stand von 66:61 erfolgreich weitere Punkte der Gäste vermeiden. Allerdings ließ man selber in diesen 60 Sekunden zu viele Punkte an der Freiwurflinie liegen, verwandelte lediglich zwei von sieben Freiwürfen und versäumte so eine Vorentscheidung zu erzielen. So blieben die Gäste noch im Spiel und konnten in der Schlussminute gar noch auf 68:67 verkürzen; vergaben dabei aber auch einen Freiwurf und den Ausgleich. In den Schlusssekunden konnte so der Duisburger Sascha Poharc nach einem erzwungenen Foul der Gäste den ersten Freiwurf verwandeln. Dass der zweite nicht sein Ziel fand, war letztlich für die Gastgeber vom Vorteil, weil die Gäste so keine ausreichende Zeit mehr hatten, um selber noch einmal zu einem Wurf zu kommen.

Coach Andreas Rimpler konnte sich über den Sieg nicht wirklich freuen: „Der Spielverlauf war so unnötig wie ein Kropf. Obwohl von Anfang an klar war, wer der stärkste Spieler der Gegner ist, wird er nur halbherzig verteidigt und darf einen Dreier nach dem nächsten nahezu ungehindert werfen. Und statt im Schlussviertel Ruhe zu bewahren, die Angriffe trotzt Mann-Mann-Verteidigung ruhig auszuspielen, wird mit Hektik versucht, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Das war wahrlich kein sieg auf den man stolz sein kann.“
Es spielten:
Sven Pauls (16 Punkte), Udo Joosten (13/4 Dreier), Nezih Boz (13/2), Sascha Poharc (8/2), Deha Özay (7/1), Niklas Mantler (5/1), Julian Graßhoff-Frias (3), Alex Hain, Erik Jensen (je 2)
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