Homberger Ruderklub: Friedhelm Fendel legt sein Amt als Vorsitzender nach 25 Jahren nieder

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Friedhelm Fendel (Mitte) bekommt von Ehrenmitglied Siegfried Fogel (r.) und dem neuen Vorsitzenden Kai-Uwe Holze (l.) die Urkunde mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Homberger Ruderklubs Germania von 1893 e. V.

„Was haben SIE eigentlich am ersten Montag im November 1980 gemacht?” Diese Frage werden nicht viele aus dem Stegreif beantworten können. Ein Homberger kann das schon: Friedhelm Fendel hat an mehr an 350 Vorstandssitzungen des Homberger Ruderklubs Germania teilgenommen – eben immer am ersten Montag des Monats. Nach 25 Jahren als Vorsitzender und insgesamt mehr als 39 Jahren Vorstandsarbeit legte er nun sein Amt nieder.

Homberger Germania sieht sich gut aufgestellt

Fast 50 Mitglieder sind der Einladung zur diesjährigen Jahreshauptversammlung der Germania ins Bootshaus am 10. März gefolgt. Die Berichte des geschäftsführenden Vorstands nahmen die Ruderer durchweg positiv auf: Der Klub hat seine Mitgliederzahl im vergangenen Jahr auf hohem Niveau halten können. Besonders bei den Kindern und Jugendlichen und bei den Erwachsenen zwischen 30 und 50 Jahren hat der Verein deutlich zugelegt. Diesem Umstand wurde durch die Anschaffung von insgesamt zehn Booten Rechnung getragen. Außerdem hat der Klub in den letzten Monaten den nicht mehr genutzen Tennisplatz aufwändig umgebaut und dort unter anderem eine große Spiel- und Sportwiese geschaffen. Ein Drittel der Fläche ist zudem als „Multiunktionsfläche“ angelegt worden. „Wir wollen die Nutzung des Platzes möglichst offen halten“, so Friedehelm Fendel. „Alle Gruppen des Vereins sollen die Möglichkeit haben, hier aktiv zu werden.“ Trotz der hohen Investitionen steht der Verein finanziell gut da. Steigende Mitgliederzahlen, die eine oder andere Spende von Freunden des Vereins, Investionskostenzuschüsse aus dem städtischen Haushalt und nicht zuletzt natürlich eine solide Finanzplanung sorgen dafür, dass die Germanen auch in ihrem 123. Jahr zuversichtlich nach vorn schauen können.

Vom Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen gab es dann eine (angekündigte) Zäsur: Kai-Uwe Holze folgt Friedhelm Fendel als Vorsitzender. Fendel hat den Verein 25 Jahre lang geführt; insgesamt blickt er auf 36 Jahre aktiver Arbeit im Vorstand der Germania zurück. In seiner Amtszeit hat er viel bewegt: Zweimal waren die Homberger Ausrichter des Deutschen Wanderrudertreffens, der größten Breitensportveranstaltung des Deutschen Ruderverabands. Das Hallenfußballtunier für Ruderer hatte lange Jahre einen exzellenten Ruf in der Ruderwelt, mehrfach war es als „Deutschlandtunier des DRV“ als inoffizielle Deutsche Meisterschaft ausgeschrieben. Der Germania-Achter feierte in den frühen Amtsjahren von Fendel Siege in Henley und Boston. Die größte Leistung dürfte aber hinter den Kulissen stattgefunden haben: Friedhelm Fendel hat den Verein 25 Jahre lang ruhig und sachlich geführt, gemeinsam mit seinen Ruderfreunden weiterentwickelt und gut für die Zukunft aufgestellt. Dieses unterstrich in einer umfassenden Laudatio Siegfried Fogel, Fendels Vorgänger und seinerseits Ehrenmitglied der Germanen. Er schlug der der Versammlung vor, Fendel aufgrund seiner herausragenden Dienste um den Rudersport zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen. Unter großem Applaus folgten die Homberger Germanen diesem Antrag. „Das ist natürlich eine große Ehre,“ so Fendel. „Aber alle Erfolge des Ruderklubs waren immer Gemeinschaftserfolge – dies macht die Qualität unseres Sports und unseres Vereins aus.“ Langeweile wird Fendel trotz der wegfallenden Termine kaum haben: „Vielleicht werde ich noch öfter selbst ins Boot steigen, auf alle Fälle werde ich es genießen, am ersten Montag des Monats abends zu Hause die Füße hochzulegen. Das war jetzt mehr als 350 mal der Termin für unsere Vorstandssitzungen – da dürfen gern mal andere ran“, schmunzelt der scheidende Vorsitzende. Neben Fendel schieden mit dem Bootswart Heinz-Gerd Lissen und dem Pressewart Helmut Bräcker zwei weitere Mitglieder aus dem Vorstand aus, die den Verein in den vergagenen Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt haben. Auch ihnen galt der herzliche Dank Homberger Ruderer – ohne dieses große ehrenamtliche Engagement wäre ein Vereinsleben schlicht nicht möglich.

Ausblick auf das neue Ruderjahr

Nach den Neuwahlen ging es auf der Sitzung mit einem Ausblick auf das Ruderjahr 2016 weiter. Die Homberger werden wieder etliche Wanderfahrten unternehmen, unter anderem auf der Saar, der Mosel, der Ruhr und natürlich auf dem Rhein. Die Jugendabteilung fährt wie in jedem Jahr zum Biggesee, zur Edertalsperre und in diesem Jahr auch eine Woche auf Berliner Gewässer. Hinzu kommen zahlreiche Tagesfahrten und gesesellschaftliche Aktivitäten wie das Anrudern und das Hafenfest. Auch für den neu gewählten Vorstand gibt es also viel zu tun – der erste Montag im Monat ist weiterhin fest verplant.
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