Sonntags Spaß in der Schule ??? Ja das geht!!!

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Viel Spaß und Getobe beim Open Sunday in der Grundschule Kunterbunt in Obermarxloh
 
So turnt man den 'Burger'
Duisburg: Grundschule Kunterbunt |


Die Grundschule Kunterbunt in Obermarxloh an einem Sonntag-Nachmittag: Für das Projekt „Open Sunday“ dürfen Schülerinnen und Schüler die Turnhalle an der Kantstraße belagern. Natürlich nicht zum Büffeln und Stillsitzen, sondern zum Toben, Klettern, Springen und Balancieren.

Mit dem Projekt „Open Sunday“ der Uni Duisburg/Essen (UDE) sollen vor allem Kinder aus benachteiligten Stadtteilen in Bewegung gebracht werden Sie sind eher selten Mitglied in einem Sportverein und bleiben beim Freizeitsport oft auf der Strecke. Der Landessportbund hat 3 offene Sonntage in der Grundschule Kunterbunt finanziell unterstützt. Die Teilnahme für die Kinder des Dichterviertels ist kostenlos, sie werden von Sportstudenten angeleitet und bekommen in gemeinsamen Pausen Obst und Mineralwasser, um neue Energie zu tanken. Das Angebot richtet sich an Kinder der Klassen 1 bis 6 und so viel geballte Lebensfreude erlebt man in der Schule eher selten. Auch der dritte und vorerst letzte „Open Sunday“ in Duisburg entpuppte sich als Erfolgskonzept:

Kunterbuntes Leben in der Turnhalle



Die Turnhalle ist prall gefüllt mit über 70 Kiddies, die hüpfen springen, balancieren, kicken, und vor allem lachen. Die 13 Coaches mit den gelben T-Shirts sind überwiegend Sportstudenten der Uni Duisburg/Essen und haben mindestens genauso viel Spaß bei dem Getobe, wie ihre Schützlinge. Es gibt Übungen an verschiedenen Stationen: Trampolinspringen mit dicken Matten, Fußball, Hockealley, Balancierparcours, Kletterwand - Jeder kann sich aussuchen, was er ausprobieren möchte, aber niemand darf nur in der Ecke hocken. Dann kommt eine turbulente Gemeinschaftsrunde: Alle rennen kreuz und quer durch die Halle. Beim Befehl „Pommes, besonders kross“ lassen sich alle kollektiv auf die Erde fallen und spielen „Pommes sein“, Der Big Mac besteht aus bis zu 10 Kindern, die sich übereinanderwerfen. Eine Shake, das sind Kinder die immer rundherum um eine Zielperson flitzen, wie im Mixer.

Die Sonne scheint.....also ab, nach draußen


Weil das Außengelände an der Schule Kunterbunt so schön groß ist verlagert sich der ganze Spaß nach draußen. Schließlich scheint die Sonne. Basketball ausprobieren, mit bunten Tüchern werfen, gegen die Trainer in einem unüberschaubaren Knäuel Fußball spielen….an allen Ecken ist was los und man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen soll. Alle strahlen und lassen sich von den Couches am Basketballkorb hochheben, beim Seilspringen das Seil drehen oder vom Kletter-Gerüst helfen. Die Kinder genießen den Körperkontakt und die Zuwendung der Trainerinnen und Trainer.

Die Sportstudenten sind mit Herzblut dabei


Jonas Kerstan (26 J.) aus Essen hat sein Lehramtsstudium in den Fächern Deutsch und Sport bereits abgeschlossen und koordiniert den ganzen Haufen. „Es ist toll, die Freude der Kinder zu beobachten, wie viel Spaß sie haben und wie sie aufblühen“, sagt er. „Auch viele Mädchen mit Migrationshintergrund trauen sich hierher, weil sie Freundinnen und Geschwister mitbringen dürfen. Nur selten erreicht man so viele Mädchen, wie bei diesem Projekt.“
Sie stehen im Fußballtor und trotzen den Schüssen der Jungen oder hantieren geschickt mit dem Hockeyschläger. Bei dem breit gefächerten Sportangebot, entdecken sie ihre Vorlieben und Stärken.

Die 10jährige Meriam hat ihre beiden kleinen Brüder mitgebracht und ist von dem Angebot begeistert. „Es macht mir Spaß, am Wochenende gemeinsam mit den anderen Kindern zu spielen“, erzählt sie, auch die Couches sind richtig nett und haben viele neue Spielideen.“
„Außerdem“, erklärt sie fachmännisch, „ ist ja gut für die Gesundheit der Kinder, wenn sie Sport treiben.“
Ihr Bruder Semih Sidar(8) ist Bayern Fan und hat schon etwas dazu gelernt: „Die Trainer haben mir gezeigt, wie ich beim Salto die Arme schwingen muss, damit es besser klappt.“

"Bei dem Projekt gibt es nur Gewinner"


Professor Dr. Ulf Gebken von der Uni Duisburg/Essen hat die Idee für den „Open Sunday“ aus der Schweiz mitgebracht und bereits an insgesamt 6 Schulen in Essen, Gelsenkirchen und jetzt Duisburg ausprobiert. Er freut sich über den großen Andrang der Kinder zu den Sportsonntagen in den Turnhallen.
„Bei dem Projekt gibt es eigentlich nur Gewinner“, sagt er er, „denn die Kinder lernen auf spielerische Weise verschiedene Sportarten und Teamgeist kennen und powern sich ordentlich aus. Die Studenten können üben, wie man eine Menge Kinder an Sport und Spaß heranführt, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren.“

Entspannung gehört auch dazu

Bei den bunten offenen Sonntagen geht es auch nicht immer nur um das Austoben: Nach der Spannungsphase mit viel Action folgt immer mal wieder eine gemeinsame Ruhephase. Die Kinder essen und trinken etwas, fahren sich herunter und lauschen den Coaches hochkonzentriert bei den Anweisungen für die nächsten Aktionen.

Kann sich der Open Sunday in Duisburg etablieren?

Duisburgs Bildungsdezernent Thomas Krützberg hat den „Open Sunday“ im Dichterviertel besucht. Er sei tief beeindruckt von der Atmosphäre und dem Konzept des Projektes und werde sich gerne dafür einsetzten, es demnächst an einigen Duisburger Grundschulen anbieten zu können, sagte er.
Das bietet sich ja auch an, denn die Kinder werden sonntags mit viel Sport und Spaß beschäftigt und sind beim Montagsunterricht nachweislich ausgeglichener und konzentrierter. Hohe Kosten entstehen dabei auch nicht, besonders dann, wenn man künftig sozial engagierte Schüler als Trainer einsetzen würde. Ein Projekt, das mit einfachen Mitteln viel erreicht und Kinder dabei integriert, ist für Duisburg genau das Richtige.

„Hier in Duisburg ist die Stimmung mit den Kindern immer außergewöhnlich schön“, schwärmt Chefcoach Jonas Kerstan mit strahlenden Augen, „hier nehmen die Kinder die Zuwendung besonders dankbar an und freuen sich über die gemeinsamen Nachmittage mit uns.

FOTOS: Angelika Barth
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