Ausstellungseröffnung: "Jüdische Spuren. Geschichte der Synagogengemeinde Hamborn mit Schwerpunkt Marxloh"

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Pfarrer Hans-Peter Lauer, Jörg Weißmann und Michael Rubinstein
Duisburg: Ev. Kreuzeskirche in Marxloh | Mit stimmungsvoller Klaviermusik von Okko Herlyn und Gesang von Heike Kehl eröffnete Pfarrer Hans-Peter Lauer vor zahlreichen Gästen in der Ev. Kreuzeskirche in Marxloh die Ausstellung. Pfarrer Lauer begrüßte die Gäste und ging in seiner Rede auf die wechselvolle Geschichte der Synagoge der jüdischen Gemeinde in Marxloh ein. "Die Synagoge befand sich direkt gegenüber unserer Kirche auf der anderen Straßenseite" so Pfarrer Lauer. Er ging kritisch auf die Haltung der Ev. Gemeinde der Kreuzeskirche während der Zeit des Nationalsozialismus ein. "Es gab auch Pfarrer und Geistliche in unserer Kirche, die hatten die Hakenkreuzfahne auf ihrem Schreibtisch stehen". Dieser Kirchenstreit zur Haltung zum Nationalsozialismus und zur Verfolgung der jüdischen Bürger ist ebenfalls Gegenstand der Ausstellung. Für die Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim/R.-Oberhausen hielt der Geschäftsführer Michael Rubinstein eine Begrüßungsrede. Er würdigte die Aufarbeitung der regionalen, jüdischen Geschichte durch die Geschichtswerkstatt der Ev. Kreuzeskirche und des Heimatverein Hamborn. Er gab sein Befremden zum Ausdruck, dass es in der heutigen Zeit noch deutsche Richter gibt, die ein Demonstrationsverbot gegen eine Partei wie ProNRW am Tag der Reichspogromnacht wieder aufheben. Im Anschluss bedankte sich Jörg Weißmann als Vorsitzender des Heimatverein Hamborn für die finanzielle Unterstützung bei der Erstellung der Ausstellung durch die Grillo-Stiftung und ThyssenKrupp Steel. Er ging im Anschluß seiner Rede darauf ein, wie verwurzelt die jüdische Gemeinde in Hamborn war. "Niemand geringer als der Oberbürgermeister von Hamborn, Hugo Rosendahl, empfing nach den Gemeindewahlen den neuen jüdischen Gemeindevorsitzenden Gustav Marburger und wünschte ihm u.a. viel Glück für seine neue Amtszeit". Mit anderen Worten: Die jüdische Gemeinde und deren Bürger waren in Hamborn und Marxloh in jeder Beziehung verwurzelt.

Die Ausstellung, die mit Leihgaben des Jüdischen Museums Westfalen vervollständigt wird, kann bis zum 31. Januar 2014 zu den Öffnungszeiten der Ev. Kreuzeskirche in Marxloh von Montag bis Freitag von 9.00 bis 12.00 Uhr sowie am Dienstag und Donnerstag von 16.00 bis 18.00 Uhr besichtigt werden.
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Christoph Nitsch aus Bochum | 06.12.2013 | 15:59  
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